Collien Fernandes' Klage wurde nach Deutschland abgegeben

Collien Fernandes' Klage wurde nach Deutschland abgegeben

- Mary-Lou Künzel
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Im Rechtsstreit zwischen Collien Fernandes (44) und Christian Ulmen (50) hat es eine neue Wendung gegeben: Das Gericht auf Mallorca hat sich für unzuständig erklärt und die Anzeige der Moderatorin an die deutschen Behörden abgegeben. Das geht aus einem Beschluss vom 8. April hervor, der der Mallorca Zeitung vorliegt. Demnach folgte die Richterin in Palma der Argumentation der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft. "Es lässt sich nicht die Zuständigkeit der spanischen Gerichte aufrechterhalten", heißt es in dem Beschluss. Die Anwälte von Collien können gegen die Entscheidung jedoch noch Einspruch einlegen – und wollen das laut der Zeitung auch tun, gegebenenfalls bis vor das Oberlandesgericht.

Die Schauspielerin hatte ihren Ex-Partner Christian Anfang Dezember vergangenen Jahres auf Mallorca angezeigt – unter anderem wegen Identitätsanmaßung, Verletzung von Geheimnissen, öffentlicher Beleidigung, fortgesetzter Misshandlung und schweren Drohungen. Mitte März machte sie die Vorwürfe in einem Bericht des Spiegels öffentlich. Für Christian gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt hatte sich zuvor geäußert und erklärt, es würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung" verbreitet.
Als Begründung für die Abgabe des Falls führt die mallorquinische Richterin in ihrem 13-seitigen Beschluss unter anderem an, dass es sich bei beiden Parteien um deutsche Staatsbürger handelt und die mutmaßlichen Taten "auf deutschem Hoheitsgebiet begangen oder über digitale Plattformen, die auf Deutsch veröffentlichen, verbreitet" worden seien. Collien sei zudem "in Deutschland eine weithin anerkannte Persönlichkeit, während ihr in Spanien eine solche öffentliche Relevanz fehlt." Die deutschen Behörden befänden sich daher in einer "privilegierten Position", die bereits laufenden Ermittlungen fortzusetzen.

Hintergrund des Verfahrens ist auch eine Anzeige, die Collien bereits im November 2024 in Berlin gegen Unbekannt wegen der Erstellung sogenannter Deepfakes gestellt hatte. Der Fall landete damals bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe, die die Ermittlungen zunächst einstellte, nach den folgenden Medienberichten aber wieder aufnehmen wollte. Derzeit wird geprüft, ob die Ermittlungsbehörden in Potsdam den Fall übernehmen. Collien hatte in diesem Zusammenhang "gesetzliche Schutzlücken" in Deutschland beklagt und der deutschen Justiz vorgeworfen, bei Fällen digitaler Gewalt untätig zu bleiben.

Collien Fernandes bei der Aufzeichnung der MDR-Talkshow "Riverboat", November 2025
Imago
Collien Fernandes bei der Aufzeichnung der MDR-Talkshow "Riverboat", November 2025
Christian Ulmen und Collien Fernandes, Juni 2019
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Christian Ulmen und Collien Fernandes, Juni 2019
Christian Ulmen, August 2016
Getty Images
Christian Ulmen, August 2016