Haakon über Mette-Marit-Skandal: "So will ich nicht leben!"

Haakon über Mette-Marit-Skandal: "So will ich nicht leben!"

- Sandrine Palme
Lesezeit: 2 min

Kronprinz Haakon von Norwegen (52) hat sich bei einer Presserunde nach der Verleihung des Abelpreises in Oslo den heiklen Fragen gestellt, die sein Königshaus seit Monaten beschäftigen. Der Abelpreis – benannt nach dem norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel und dotiert mit 7,5 Millionen Kronen – wurde am Dienstag in der Aula der Universität an den deutschen Wissenschaftler Gerd Faltings übergeben. Haakon hatte im Vorfeld angekündigt, nach der Zeremonie mit der Presse sprechen zu wollen. Gegenüber dem Magazin Se og Hør äußerte er sich dabei unter anderem zur Verbindung seiner Frau Kronprinzessin Mette-Marit (52) zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66), zu Krankheiten im Königshaus und zur Zukunft der Monarchie in Norwegen.

Besonders brisant war die Frage, ob das Kronprinzenpaar angesichts sinkender Zustimmungswerte eine Volksabstimmung in Betracht ziehe, bevor es einst den Thron übernimmt. Laut einer Umfrage von Verdens Gang und Aftenposten aus dem März sprechen sich 47 Prozent der Norweger dagegen aus, dass Mette-Marit Königin wird – nur 34 Prozent befürworten es. Fast 70 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass die Kronprinzessin die Fragen zu ihrer früheren Verbindung zu Epstein nicht ausreichend beantwortet habe. Haakon wich einer klaren Antwort auf die Frage nach einer möglichen Abstimmung aus und verwies stattdessen auf das Parlament: "Es ist ja das Storthing, das darüber entscheidet, ob wir weiterhin eine Monarchie sein wollen und welche Staatsform wir haben sollen. Das liegt also gewissermaßen bereits im System." Zur Epstein-Affäre selbst sagte er, das Königshaus wolle nun seine eigenen Abläufe überprüfen und wachsamer werden. Gleichzeitig warnte er vor einer Überreaktion: "Man wird misstrauisch und im schlimmsten Fall verurteilt man auf falscher Grundlage. Und so will ich mein Leben jedenfalls nicht leben."

Die schwierige Frühjahrssaison für das norwegische Königshaus begann nicht nur mit der Epstein-Debatte, sondern auch mit anhaltenden Sorgen um Mette-Marits Gesundheit. Die Kronprinzessin leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung. Ein Lungenspezialist hatte sich zuletzt öffentlich besorgt über ihren Zustand geäußert und erklärt, dass sie regelmäßig auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen sei – ein Hinweis darauf, dass ihr körperlicher Spielraum sehr begrenzt ist. Hinzu kam das Strafverfahren gegen Marius Borg Høiby (29), Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung. Auf die Frage, ob das Kronprinzenpaar jemals daran gedacht habe, ob es nicht genug sei, antwortete Haakon: "Ich denke, das liegt beim norwegischen Volk. Und ich habe gesagt, dass ich diese Aufgabe übernehmen möchte – wenn die norwegische Demokratie entscheidet, daran festzuhalten."

Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon, Oktober 2024
Getty Images
Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon, Oktober 2024
Prinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit beim Staatsbesuch von König Philippe und Königin Mathilde in Oslo
Imago
Prinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit beim Staatsbesuch von König Philippe und Königin Mathilde in Oslo
Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon feiern den norwegischen Verfassungstag in Skaugum
Getty Images
Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon feiern den norwegischen Verfassungstag in Skaugum
Traut ihr Mette-Marit das Königinnenamt trotz der aktuellen Kritik zu?