Marius Borg Høiby ist unzufrieden mit Richterentscheidung
Marius Borg Høiby (29) rechnet öffentlich mit dem norwegischen Justizsystem ab. In einem Debattenbeitrag, den das norwegische Medium Nettavisen veröffentlicht hat, kritisiert der 29-jährige Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) die Entscheidung des Bezirksgerichts Oslo, das am Mittwoch seinen Antrag auf Verbüßung der Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel abgelehnt hatte. Der Richter Hans Nikolai Førde begründete die Ablehnung damit, dass die Wiederholungsgefahr nicht erheblich gemindert worden sei. Sein Verteidiger hat bereits Berufung gegen die Entscheidung eingelegt.
In seinem Beitrag wirft Marius dem Richter vor, sich bereits vor seiner Aussage eine Meinung gebildet zu haben. "Für mich scheint es offensichtlich, dass der Richter seinen Entschluss gefasst hatte, bevor ich sagen konnte, was ich sagen wollte", schreibt er. Er kritisiert außerdem, dass der Richter ausdrücklich erwähnte, bei dem schwer erkrankten Familienmitglied, das er besuchen möchte, handle es sich um seine Mutter. "Dass der Richter betont, dass es sich dabei um meine Mutter handelt, erachte ich als unnötige Präzisierung", so Marius. Mette-Marit leidet an chronischer Lungenfibrose. Darüber hinaus beschreibt er seine Situation im Gefängnis als unerträglich: "In Oslo sitze ich isoliert und fast gänzlich ohne sozialen Kontakt. Dies, weil die Staatsanwaltschaft und der Richter Angst haben, dass meine Ex eine SMS oder einen Anruf von mir bekommt. Das ist so absurd und ungerecht, dass mir die Worte fehlen, um meine Frustration auszudrücken." Die Anwältin seiner Ex-Freundin, Mette Yvonne Larsen, widersprach jedoch einem Teil seiner Darstellungen gegenüber Nettavisen: "Meine Mandantin hat Marius im Gefängnis nicht kontaktiert, aber er selbst hat das Kontaktverbot gebrochen, während er dort saß."
Marius sitzt seit dem 1. Februar in Untersuchungshaft. Hintergrund ist die Sorge, dass er gegen ein bestehendes Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen könnte. Der Antrag auf die Fußfessel-Lösung hatte vorgesehen, dass er bis zum erwarteten Urteil Anfang Juni auf dem Anwesen Skaugum wohnen würde – in unmittelbarer Nähe seiner Mutter. Sein Verteidiger René Ibsen betonte gegenüber Dagbladet, dass Marius den Debattenbeitrag selbst und ohne Einfluss von außen verfasst habe: "Er schreibt über seine eigene Erfahrung des heutigen Gerichtstermins, und wir sehen es als selbstverständlich an, dass er die Möglichkeit erhält, sich dazu zu äußern."







