Anwältin hält Marius Borg Høibys Jammerei für "erbärmlich"

Anwältin hält Marius Borg Høibys Jammerei für "erbärmlich"

- Florentine Naumann
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Die dänische Star-Anwältin Mette Grith Stage hat scharfe Kritik an Marius Borg Høiby (29) geübt. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) hatte sich in einem Debattenbeitrag öffentlich gegen das norwegische Justizsystem gewandt – nachdem das Bezirksgericht Oslo seinen Antrag auf Verbüßung der Untersuchungshaft mit einer Fußfessel abgelehnt hatte. Er sollte die Fußfessel in einem Nebengebäude des Guts Skaugum tragen dürfen, wo das norwegische Kronprinzenpaar lebt. Doch das Gericht lehnte den Antrag nach nur 15 Minuten Beratung ab, da die Wiederholungsgefahr als erheblich eingestuft wurde. In seinem Debattenbeitrag beschrieb Marius seine Situation als "absurd" und "ungerecht".

Anwältin Mette Grith Stage hält dieses Vorgehen für grundlegend falsch – und brachte das in einer SMS gegenüber dem dänischen Medium Ekstra Bladet zum Ausdruck. "Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass ein Angeklagter sich an die Presse wendet oder sogar Beiträge in den Medien über seinen Fall schreibt, während der Fall noch läuft, und das ist auch nichts, was ich meinen Mandanten als Verteidigerin empfehle", schrieb sie. Besonders das Auftreten als Opfer sei problematisch: "Man sollte als Angeklagter sehr vorsichtig damit sein, sich selbst als Opfer darzustellen, was genau das ist, was Marius Borg Høiby tut. Dafür bekommt er kaum Pluspunkte in der Öffentlichkeit. Es wirkt geradezu ein bisschen erbärmlich."

Marius sitzt seit dem 2. Februar in Untersuchungshaft – dem Tag vor Beginn des sieben Wochen dauernden Prozesses gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und sieben Monate Haft für 39 von 40 Anklagepunkten, darunter vier Vergewaltigungen, Misshandlung in engen Beziehungen, Gewalt und sexuell übergriffige Aufnahmen. Seine Verteidiger plädieren hingegen auf Freispruch bei den schwersten Punkten wie Vergewaltigung und Misshandlung und fordern eine Verurteilung zu 18 Monaten Haft lediglich für jene Punkte, bei denen er Schuld eingeräumt hat. Das Urteil wird Anfang Juni erwartet. Den Beschluss zur Ablehnung der Fußfessel hat Marius bereits angefochten.

Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Getty Images
Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
Imago
Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
Imago
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
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