ESC-Sensation aus UK: Sam Battle singt auf Deutsch
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ESC-Sensation aus UK: Sam Battle singt auf Deutsch

- Yasmin Keller
Lesezeit: 2 min

Beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien setzt Großbritannien auf einen ungewöhnlichen Beitrag: Unter dem Titel "Eins, Zwei, Drei" tritt der britische Künstler Sam Battle, bekannt unter seinem Künstlernamen Look Mum No Computer, für sein Land an. Der zumindest teilweise deutschsprachige Song handelt vom Wunsch, aus dem tristen Büroalltag auszubrechen und nach Kontinentaleuropa aufzubrechen – für einen Beitrag unter dem Union Jack eine ziemlich selbstironische Aussage. Wettbuchmacher sehen laut Morgenpost für "Eins, Zwei, Drei" kaum Chancen auf einen Erfolg, was die Frage aufwirft, ob sich die Briten damit erneut den letzten Platz sichern – und das auch noch mit, zumindest sprachlicher, Teilnahme Deutschlands.

Fakt ist: Sam verlässt beim britischen Beitrag die ESC-Komfortzone. Statt klassischem Radiopop setzt der Tüftler auf einen selbst gebauten Synthesizer namens "Kosmo" und eine Mischung aus englischen Zeilen und dem simpel klingenden deutschen Countdown. Die Idee sei ihm, wie er in einem Interview erzählte, beim Verrücken eines Sofas gekommen – beim Anheben habe er auf Deutsch "eins, zwei, drei" gezählt, daraus wurde schließlich der Song. Inhaltlich geht es darum, den tristen Neun-bis-fünf-Alltag hinter sich zu lassen, ins Flugzeug zu steigen und irgendwo in Kontinentaleuropa zwischen Pizza, Euro-Münzen und Karaoke-Abenden neu aufzublühen. Trotz des leichtfüßigen Sounds gilt der Song bei den Buchmachern als Außenseiter, die Wettquoten sind schwach – von einem möglichen letzten Platz ist immer wieder die Rede.

Sam Battle ist kein gewöhnlicher Popkünstler: Er ist Musiker, Erfinder und Bastler zugleich. Bekannt wurde er unter anderem durch eine Orgel, die er aus Furby-Spielzeugen baute, sowie durch einen Synthesizer aus einem Fahrrad. Seinen Anfängen als Frontmann der Indie-Rock-Band Zibra längst entwachsen, hat er mit seinem Museum "This Museum Is Not Obsolete" im englischen Ramsgate sogar eine physische Heimat für seine analogen Eigenkreationen geschaffen. Großbritannien verzeichnet übrigens eine stolze ESC-Geschichte mit fünf Siegen – der letzte liegt allerdings schon 1997 zurück, als "Katrina and the Waves" mit "Love Shine a Light" triumphierten. Zuletzt belegte das Land beim ESC 2025 in Basel mit Remember Monday und "What The Hell Just Happened?" Platz 19 von 26. Moderiert wird der ESC 2026 live vor Ort in Wien von Victoria Swarovski (32) und Co-Moderator Michael Ostrowski, die sich im Vorfeld einige Kritik anhören durften.

Sam Battle alias Look Mum No Computer probt "Eins, Zwei, Drei" für das ESC-Halbfinale in Wien
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Sam Battle alias Look Mum No Computer probt "Eins, Zwei, Drei" für das ESC-Halbfinale in Wien
Michael Ostrowski und Victoria Swarovski bei der ESC-2026-Generalprobe in der Wiener Stadthalle
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Go‑Jo, Victoria Swarovski und Michael Ostrowski singen beim ESC-Halbfinale über Austria vs. Australia, 12. Mai 2026
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Go‑Jo, Victoria Swarovski und Michael Ostrowski singen beim ESC-Halbfinale über Austria vs. Australia, 12. Mai 2026
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