

ESC-Sprecher Thorsten Schorn polarisiert mit spitzer Zunge
Große Fußstapfen, eine spitze Zunge und die ewige Frage, wie viel Humor der gemeine ESC-Fan am glamourösesten Abend des Fernsehjahres wohl verträgt. Wie schon in den Vorjahren hat Thorsten Schorn (50), auch bekannt als Off-Sprecher der VOX-Show Shopping Queen, mit seinem Live-Kommentar beim Eurovision Song Contest das Netz erneut gespalten. Der Kölner Moderator sezierte die Darbietungen auf der Wiener Bühne mit gewohnt trockenem Zynismus und verteilte verbale Spitzen, die nicht überall auf Gegenliebe stießen. Auf der Plattform X entbrannte prompt eine weitere Debatte zwischen jenen, die Thorstens Schlagfertigkeit als moderne Erlösung feierten, und jenen, die sich für den ehrwürdigen Liederwettbewerb einen deutlich staatstragenderen Ton gewünscht hätten.
Die Begeisterung über die neue Leichtigkeit im Kommentarhäuschen war dennoch bei vielen Fans groß: "Selten so intelligente Kommentare genossen", bilanzierte ein begeisterter Zuschauer, während andere seine Gags als "das Beste des Abends" feierten. Wo zynischer Humor auf eine breite Zuschauerschaft trifft, ist der Aufschrei allerdings nicht weit. Einige Fans fühlten sich durch die kabarettistische Begleitung regelrecht um ihren ESC-Genuss gebracht und reagierten dünnhäutig: "Thorsten Schorn, du verstehst deinen Job absolut gar nicht. (...) Absolutes Störgefühl seit drei Jahren", wetterte ein User, dem die von anderen so gefeierte Metaebene der Moderation möglicherweise verborgen blieb.
Dabei besetzt der Radio-Profi in seiner Rolle den wohl undankbarsten Schleudersitz der deutschen Unterhaltungsbranche. Jahrzehntelang galt Peter Urban (78) als unangefochtene Moderationsikone und im wahrsten Sinne des Wortes als Stimme des Wettbewerbs. Was Peter allein aufgrund seines Alters an lockeren Sprüchen verziehen wurde, muss sich sein Nachfolger beim treuen Publikum derzeit noch mühsam erarbeiten. Dass Thorsten als bewährte Stimme von Formaten mit Thomas Gottschalk (75) oder Günther Jauch (69) das Handwerk der gepflegten Abendunterhaltung beherrscht, steht außer Frage. Am Ende zeigt die hitzige Diskussion um seine Person damit vor allem eines: Der ESC-Kommentar bleibt für die Deutschen ein hochemotionales Thema.





