Prinzessin Anne im Knast? Palast hatte schon einen Plan
Für Prinzessin Anne (75) hätte ein Gerichtstermin im Jahr 2002 womöglich hinter Gittern enden können - und der Palast war offenbar auf dieses Szenario vorbereitet. Vor ihrem Erscheinen am Slough Magistrates' Court besichtigten Sicherheitsverantwortliche vorsorglich sogar die Zellen unter dem Gerichtsgebäude. Das berichtete die damalige Palastpressesprecherin Ailsa Anderson nun bei The Sun Royal Exclusive. Anne, die Tochter von Queen Elizabeth II., hatte sich damals schuldig bekannt, nachdem sie im Windsor Great Park die Kontrolle über ihre Hunde verloren hatte. Ihr English Bull Terrier Dotty griff daraufhin zwei Kinder an. Wegen des Vorfalls stand eine mögliche Haftstrafe im Raum. Daher wollten die Mitarbeiter offenbar kein Risiko eingehen. "Wir mussten das Gericht vorher auskundschaften und uns die Gefängnisse unten ansehen, nur für den Fall, dass sie sie hinunterbringen würden", erinnerte sich Ailsa an die ungewöhnlichen Vorbereitungen rund um den Royal.
Hinter dem kuriosen Zellencheck steckten vor allem Sicherheitsfragen. Die Palastmitarbeiter mussten laut Ailsa wissen, wie die Räume aufgebaut waren und wer dort möglicherweise gemeinsam mit Anne untergebracht worden wäre. Im unteren Bereich des Gerichts hätten sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Straftäter befunden. Besonders komfortabel wäre ein Aufenthalt für die Prinzessin offenbar nicht geworden. Auf die Frage nach der Ausstattung antwortete die frühere Sprecherin bei The Sun Royal Exclusive: "Sie waren einfach, Matt. Sie waren einfach. Nicht ganz das, was sie gewohnt war, oder? Aber sie musste in keine dieser Zellen." Statt einer Haftstrafe verhängte das Gericht gegen Anne letztlich eine Geldstrafe von 500 Pfund (584 Euro). Zusätzlich musste sie 500 Pfund (584 Euro) Entschädigung und 148 Pfund (172 Euro) Gerichtskosten zahlen. Auch für Dotty gab es klare Auflagen: Der Hund musste in der Öffentlichkeit fortan an der Leine geführt werden und außerdem ein entsprechendes Training absolvieren.
Trotz der ausgebliebenen Gefängnisstrafe schrieb der Fall royale Justizgeschichte. Anne wurde als erstes hochrangiges Mitglied der britischen Königsfamilie wegen einer Straftat verurteilt. Zuvor hatte rund ein Jahrhundert lang kein hochrangiger Royal mehr vor Gericht gestanden. Auch gegen Annes Ehemann, Commodore Tim Laurence, war im Zusammenhang mit dem Vorfall ein Verfahren anhängig. Dieses wurde jedoch bereits kurz nach Beginn der Anhörung eingestellt. Die Entscheidung des Gerichts sorgte damals nicht bei allen Beteiligten für Zustimmung. Angehörige der beiden angegriffenen Kinder kritisierten die verhängte Strafe als nicht ausreichend. Einige Familienmitglieder waren sogar der Ansicht, dass Dotty nach dem Angriff hätte eingeschläfert werden sollen. Für Anne blieb es bei den finanziellen Sanktionen - die vorsorglich überprüften Zellen unter dem Gerichtsgebäude musste die Prinzessin nicht von innen kennenlernen.








