

Gewusst? So wurde Basketball-Legende Dirk Nowitzki entdeckt
Diese Fahrt markierte den Beginn einer außergewöhnlichen Basketballkarriere: Im Sommer 1998 steuerte der gerade 20 Jahre alte Dirk Nowitzki (48) einen alten weißen VW Golf durch Würzburg. Auf dem Beifahrersitz saß Don Nelson, damals Trainer der Dallas Mavericks, während dessen Sohn Donnie Nelson auf der Rückbank Platz nahm. Die Abordnung des NBA-Klubs war in Dirks Heimat gereist, um das deutsche Basketballtalent persönlich kennenzulernen und von einem Wechsel nach Texas zu überzeugen. Der spätere Star musste dabei nicht mehr lange für sich werben: Don war von seinen Fähigkeiten begeistert und wollte ihn beim anstehenden NBA-Draft unbedingt nach Dallas holen.
Neben Don und Donnie war damals auch Klubbesitzer Ross Perot Jr. nach Würzburg gereist. Bei Gesprächen und einem gemeinsamen Grillabend saß zudem Dirks Mentor Holger Geschwindner mit am Tisch. Weil kein anderer NBA-Klub das Talent bei einem Probetraining entdecken sollte, entstand ein ungewöhnlicher Plan: Dirk sollte vor dem Draft vorübergehend aus dem Blickfeld der Konkurrenz verschwinden. Don erinnerte sich später gegenüber Sports Illustrated: "Wir haben Dirk vor dem Draft einige Wochen lang versteckt. Wir wollten einfach verhindern, dass er woanders zum Probetraining geht. Er sollte unser Spieler werden. Er war damit einverstanden. Also versteckte er sich eine Woche lang in Donnies Keller." Durch einen Deal mit den Milwaukee Bucks landete Dirk 1998 tatsächlich bei den Dallas Mavericks. Als sein erster NBA-Trainer gab Don ihm die Freiheit, seinen eigenen Spielstil zu entwickeln. 2011 führte der Deutsche Dallas schließlich zum ersten und bis heute einzigen NBA-Titel. Don trainierte das Team da schon nicht mehr: Ihre beruflichen Wege hatten sich 2005 getrennt.
Auf X verabschiedete sich Dirk, der als NBA-Experte bei Amazon tätig ist, nun mit sehr persönlichen Zeilen von seinem einstigen Förderer. "Nellie... Du hast mich nicht nur gedraftet. Du hast an mich geglaubt. Du hast Dinge in meinem Spiel gesehen, bevor mir überhaupt klar war, dass ich dazu fähig bin", schrieb der Sportler. Und weiter: "Ich glaube nicht, dass meine Karriere so verlaufen wäre, wenn du nicht mein erster Trainer gewesen wärst und mir die Freiheit gegeben hättest, mein Spiel zu spielen. Ich kann nur DANKE sagen. Für alles. RIP, Legende." Gestorben ist Don im texanischen Frisco. Laut einer Mitteilung seiner Familie verbrachte er seine letzte Woche umgeben von Angehörigen und Freunden. Über den Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater hieß es darin, er sei "friedlich zu Gott heimgekehrt". Nach dem Ende seiner 31 Jahre langen Trainerlaufbahn hatte sich Don auf eine Farm auf Maui zurückgezogen. Dort züchtete er Blumen und baute Kaffee sowie Cannabis an.








