So düster hätte James Camerons "Spider-Man" werden sollen
In den 1990er-Jahren hätte die Geschichte des berühmtesten Netzschwingers ganz anders verlaufen können: James Cameron (72) arbeitete damals an einer eigenen Version von Spider-Man – Jahre bevor Sam Raimi (66) den Stoff 2002 auf die Leinwand brachte. Wie das Far Out Magazine unter Berufung auf das Buch "Tech Noir: The Art of James Cameron" berichtet, schwebte dem Regisseur dabei alles andere als ein verspielter Superheldenfilm vor. Stattdessen plante er eine deutlich rauere Adaption. Verwirklicht wurde das Herzensprojekt allerdings nie – und das wurmt den Filmemacher offenbar bis heute. Noch Jahre später sprach er von dem "großartigen Film, den ich nie gedreht habe".
Wie genau seine Vision ausgesehen hätte, erklärte der Filmemacher gegenüber ScreenCrush: "Ich wollte etwas machen, das eine gewisse raue Realität besitzt. Superhelden kamen mir generell immer ziemlich fantasievoll vor, und ich wollte etwas machen, das eher in Richtung 'Terminator' und 'Aliens' geht, bei dem man die Realität von Anfang an akzeptiert." Dass aus dem Vorhaben nichts wurde, lag weder an mangelndem Erfolg noch an fehlender Erfahrung. Schließlich hatte der Regisseur mit den beiden "Terminator"-Filmen bereits bewiesen, dass er Blockbuster stemmen kann. Zum Verhängnis wurden dem Projekt vielmehr die verworrenen Rechteverhältnisse rund um die Marvel-Figur. Gleich mehrere Firmen erhoben damals Ansprüche auf Spider-Man. Camerons damaliges Studio 20th Century Fox hatte jedoch keine Lust, den nötigen Rechtsstreit um den Superhelden auszufechten.
Der Sprung auf die große Leinwand gelang der Comicfigur schließlich rund ein Jahrzehnt später: 2002 inszenierte Sam "Spider-Man" mit Tobey Maguire (51) in der Rolle des Peter Parker. Der Film kam bei Kritikern und Fans gleichermaßen gut an und bildete den Auftakt zu einer Trilogie, die heute als legendär gilt. Auch ohne den Marvel-Helden setzte James unterdessen seine außergewöhnliche Karriere fort. Mit Titanic räumte er elf Oscars ab, außerdem stieg das Drama seinerzeit zum umsatzstärksten Film aller Zeiten auf. Diesen Rekord brach der Regisseur später selbst – und zwar mit "Avatar – Aufbruch nach Pandora". Und auch die 2022 erschienene Fortsetzung "Avatar: The Way Of Water" reihte sich zwischenzeitlich unter den drei erfolgreichsten Kinofilmen der Geschichte ein.











