Lady Dianas Bruder droht den Royals mit Enthüllungsartikel
Mit einer bemerkenswert offenen Aussage hat Charles Spencer (62), der 9. Earl Spencer und einzige Bruder von Prinzessin Diana (†36), für Aufregung gesorgt. Der 62-Jährige gab bislang nur ein einziges TV-Interview zu seinen Memoiren "Swan Song: Diana, My Sister" – bei ITV in der Sendung "Lorraine", moderiert von Lorraine Kelly. Sie wollte wissen, ob das Buch als Generalabrechnung mit den Royals gedacht sei. Charles wich nicht aus und ließ durchblicken, welches Material er eigentlich besitzt: "Das ist überhaupt keine Drohung, denn ich werde es nicht tun, aber ich weiß, dass ich, wenn ich einen vernichtenden Artikel über die Königsfamilie schreiben wollte, das tun könnte." Zugleich betonte er, diesen Schritt bewusst nicht zu gehen – sein Buch sei keine Attacke, sondern eine Hommage an seine 1997 verstorbene Schwester, deren Geschichte er aus eigener Sicht erzählen wolle.
Den Anstoß zu seinem Buch hätten laut Charles wiederholte Dokumentationsanfragen an ihn gegeben. "Alle sagten: 'Würdest du Teil einer Dokumentation sein?', und ich dachte: 'Wenn ihr wissen wollt, was wirklich passiert ist, kann ich es euch erzählen.' Darum geht es in dem Buch", schilderte er bei "Lorraine". "Das hier handelt von Diana", stellte er klar – auch wenn sich ihre Geschichte nicht erzählen lasse, ohne andere Beteiligte in einem weniger schmeichelhaften Licht dastehen zu lassen. Zudem warf er Teilen der Presse vor, die Sichtweise des Buckingham-Palastes unkritisch zu übernehmen. Der Palast hatte darauf bereits mit einer für seine Verhältnisse ungewöhnlich deutlichen Erklärung geantwortet: "Während wir Bücher grundsätzlich nicht kommentieren, ist sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz brüderlicher Trauer die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und Erinnerungen auf eine Weise färben kann, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht erkennen."
Die am Dienstag erschienenen Memoiren schossen umgehend auf Platz eins der Amazon-Bestsellerliste, wobei bereits Tage zuvor vier Exemplare der niederländischen Ausgabe aus einem Lastwagen gestohlen worden waren. Besonders für Aufsehen sorgt eine Passage, in der Earl Spencer behauptet, König Charles III. (77), damals noch Prinz von Wales, habe ihm nach Dianas Tod am Telefon gesagt: "Sei versichert, wir werden sie bald genug vergessen." Der Streit soll sich an der Frage entzündet haben, ob die damals 15 und 12 Jahre alten Prinzen William und Harry hinter dem Sarg ihrer Mutter hergehen sollten. Der Buckingham-Palast bestreitet die Darstellung. In einem späteren BBC-Interview mit Laura Kuenssberg beharrte Charles jedoch: "Ich kann Ihnen hier und jetzt sagen, das sind exakt die Worte, die er gesagt hat." Diana starb 1997 im Alter von 36 Jahren nach einem Autounfall; ihr Bruder macht ihr Andenken zum roten Faden seiner Memoiren.





























