Franca Lehfeldt kehrt nach Geburt schnell in den Job zurück

Franca Lehfeldt kehrt nach Geburt schnell in den Job zurück

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
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Vier Wochen nach der Geburt ihrer Tochter im April 2025 stand Franca Lehfeldt (37) bereits wieder für einen beruflichen Termin bereit – und bekam dafür jede Menge Gegenwind. Im Interview mit t-online erklärt die Unternehmerin jetzt, warum sie sich so schnell zurück in den Job gewagt hat. Ihre Arbeit sei ein zentraler Teil ihrer Identität, Muttersein und Beruf wolle sie deshalb miteinander verbinden. Auch wirtschaftliche Aspekte spielen für Francas frühen Wiedereinstieg eine Rolle: Sie arbeitet selbstständig und hat 2023 ihr eigenes Kommunikations- und Beratungsunternehmen gegründet. "Klar, meine Arbeit ist Leidenschaft, ich bin Verfechterin des Leistungsprinzips. Aber sie ist kein Hobby, ich muss Gehälter bezahlen und meinen Lebensunterhalt verdienen", stellt sie gegenüber dem Portal klar. Außerdem könne sie sich bei der Betreuung ihres Kindes auf eine gleichberechtigte Aufteilung mit ihrem Ehemann Christian Lindner (47) verlassen. Sie würden sich die anfallenden Aufgaben einfach teilen, beispielsweise indem sie nachts abwechselnd aufstehen. Ihr Grundsatz: "Es geht nicht um Perfektion, es geht um Teamwork."

In den ersten sechs Monaten kümmerten sich Franca und Christian ganz ohne weitere Unterstützung um ihre Tochter. Inzwischen wird auch eine Tagesmutter zur Unterstützung hinzugezogen. Den Familienalltag beschreibt die Moderatorin als permanentes Abstimmen und "Termin-Mikado". Dass beide Elternteile viele Aufgaben zum ersten Mal überhaupt bewerkstelligen mussten, habe sie als Paar allerdings näher zusammengebracht. Franca hat sich laut eigener Aussage bewusst gegen das Stillen entschieden, um die nächtlichen Aufgaben der Elternschaft tatsächlich aufteilen zu können. Sie ist der Ansicht, dass jede Frau diese Entscheidung selbstbestimmt treffen sollte und dabei sowohl auf gesellschaftliche Akzeptanz als auch auf praktikable Alternativen zählen können muss. Außerdem macht die Unternehmerin auf die finanzielle Seite aufmerksam: Eine längere berufliche Pause zehre an den Rücklagen und bringe einen Wettbewerbsnachteil mit sich. Paare sollten daher möglichst früh über Arbeitsteilung, Altersvorsorge und die finanzielle Absicherung während der Elternzeit sprechen. Denn: "Das Gender-Pension-Gap – also die Rentenlücke bei Frauen – beträgt 24 Prozent in Deutschland. Altersarmut ist weiblich", mahnt Franca.

Dass ihre Entscheidung gegen das Stillen öffentlich diskutiert wird, erlebte Franca bereits rund um ihren 36. Geburtstag. Ein Instagram-Foto, auf dem sie mit Freundinnen und einem Getränk in der Hand zu sehen war, sorgte für kritische Nachfragen zu ihrem Muttersein. Bereits damals machte sie deutlich, dass diese persönliche Entscheidung ausschließlich sie selbst betrifft. Sogar ihre Ärztin habe sie jedoch auf mögliche Reaktionen vorbereitet: "Meine Gynäkologin sagte mir, ich müsse nicht stillen, solle es aber besser niemandem sagen. Das Thema sorge nur für Streit und Gräben", erzählt sie t-online. Mit ihrem am 2. Oktober erschienenen Buch "Gute Mütter, schlechte Mütter" widmet sie sich nun gesellschaftlichen Erwartungen, Rollenbildern und Vorurteilen gegenüber Müttern. Sie blickt mit gemischten Gefühlen auf ihre ersten anderthalb Jahre als Mutter zurück: Die Zeit sei aufregend und teilweise anstrengend gewesen, aber gleichzeitig auch wunderschön. Ihre Entscheidungen würde sie erneut genauso treffen.

Franca Lehfeldt beim "WoMen On Top 2024"-Event, 2024
Getty Images
Franca Lehfeldt beim "WoMen On Top 2024"-Event, 2024
Franca Lehfeldt, Christian Linder und das gemeinsame Baby, April 2025
Instagram / franca_lehfeldt
Franca Lehfeldt, Christian Linder und das gemeinsame Baby, April 2025
Christian Lindner und Franca Lehfeldt im Juni 2025
Getty Images
Christian Lindner und Franca Lehfeldt im Juni 2025
Wie bewertet ihr Francas Entscheidung, nicht zu stillen, damit beide Eltern die Nächte teilen können?