Nach 700 Jahren: Prinzessin Leonor schreibt Geschichte

Nach 700 Jahren: Prinzessin Leonor schreibt Geschichte

- Melina Becker
Lesezeit: 2 min
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Prinzessin Leonor von Spanien (20) steht vor einem historischen Meilenstein, den es seit rund sieben Jahrhunderten nicht mehr gegeben hat. Zu diesem spektakulären Ergebnis kommt die Genetikerin Dr. Teresa Perucho, die für ihre Studien die Stammbäume der europäischen Royals analysiert hat. Die Thronfolgerin wäre demnach die erste spanische Monarchin, bei der in den relevanten Generationen keinerlei Blutsverwandtschaft unter den Ahnen vorliegt. Zu verdanken hat sie das der Liebe ihrer Eltern: König Felipe VI (58). gab 2004 der bürgerlichen Letizia das Jawort und brach damit eine jahrhundertealte Tradition, in der die royalen Dynastien Europas fast ausschließlich untereinander heirateten. Wichtig ist dabei die Einordnung: Leonor selbst wurde für die Untersuchung keinem Gentest unterzogen. Ihre mögliche Sonderstellung beruht ausschließlich auf der wissenschaftlichen Auswertung von Stammbäumen und historischen Daten.

Für ihre Doktorarbeit, die sie bereits im März 2025 an der Universidad Complutense de Madrid erfolgreich verteidigte, durchleuchtete Teresa 143 Regentinnen und Regenten aus 13 Jahrhunderten. Dabei analysierte sie sage und schreibe 1.019 Verwandtschaftsverhältnisse. Sie rekonstruierte die Stammbäume bis in die siebte Generation zurück und verknüpfte die Daten mit Faktoren wie Lebenserwartung, Fruchtbarkeit und Erbkrankheiten. Als historischen Meilenstein und direkten Vergleich zu Leonors Ausnahmestellung nennt die Clínica Universidad de Navarra den im 14. Jahrhundert regierenden Enrique II. von Kastilien. "Sie wird die erste ohne Blutsverwandtschaft sein", lautet die zentrale Schlussfolgerung über die Kronprinzessin, die Navarra.com zitiert. Über den persönlichen Gesundheitszustand der Spanierin lässt die Berechnung allerdings keine Aussage zu. Die Universität weist zudem darauf hin, dass der tatsächliche Verwandtschaftswert unterschätzt werden könnte, weil die Analyse auf sieben Generationen begrenzt ist.

Die zukünftige Rolle der jungen Prinzessin reicht weit über ihre genetische Sonderstellung hinaus. Als aktuelle Thronerbin Spaniens wird sie das Land voraussichtlich eines Tages als Leonor I. regieren. Damit steht sie stellvertretend für eine ganz neue Ära weiblicher Monarchinnen in Europa: Neben ihr bereiten sich auch Ingrid Alexandra (22) in Norwegen, Elisabeth (24) in Belgien, Catharina-Amalia (22) in den Niederlanden und Estelle (14) in Schweden darauf vor, die Krone ihres Landes zu übernehmen. Während Estelle später ihrer Mutter nachfolgen soll, führt Leonors Weg auf den Thron über ihren Vater – genau wie bei Ingrid Alexandra, Elisabeth und Catharina-Amalia. In den kommenden Jahrzehnten könnte Europa also gleichzeitig von fünf Königinnen geprägt werden.

Prinzessin Leonor bei einem Dinner für Autoritäten im Marivent-Palast in Palma
Imago
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König Felipe, Prinzessin Sofía, Prinzessin Leonor und Königin Letizia bei einem Besuch in Sotres
Getty Images
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Victoria, Estelle und Daniel von Schweden beim Gala-Dinner zum 80. Geburtstag von König Carl XVI. Gustaf im Königlichen Palast
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