Tinder-Schwindler Simon plant Dating-App mit SOS-Knopf
Ausgerechnet er: Simon Leviev (36), weltweit bekannt als "Tinder-Schwindler" und wegen Liebesbetrugs verurteilt, will eine eigene Dating-App auf den Markt bringen. "Safe Love" soll Nutzerinnen und Nutzer ausgerechnet vor dem schützen, wofür ihr Gründer berühmt wurde: vor Betrug und gefälschten Profilen. Im Interview mit dem britischen Fernsehsender ITV präsentierte der Israeli seine neue Idee. Der Launch soll demnach schon in den kommenden Tagen oder Wochen über die Bühne gehen, auch wenn ein exakter Termin noch geheim bleibt. Wer die Plattform nutzen möchte, muss sich künftig per Ausweis und Selfie verifizieren. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine integrierte SOS-Taste, die bei gefährlichen Situationen während eines Dates schnell Hilfe rufen kann. Doch noch bevor die App überhaupt verfügbar ist, regt sich Widerstand: Die Branchenorganisation Online Dating and Discovery Association hat Apple und Google aufgefordert, "Safe Love" gar nicht erst in ihre App-Stores aufzunehmen.
Die genaue Funktionsweise des Sicherheitschecks legte Leviev im Interview ebenfalls offen: Das hochgeladene Selfie wird direkt mit dem Ausweisdokument abgeglichen. Alle weiteren Profilbilder dürfen sich danach optisch um maximal 15 Prozent von diesem Original-Selfie unterscheiden. Noch konsequenter ist das Notfallsystem: Sobald der SOS-Button betätigt wird, startet das Handy augenblicklich Audio- und Videoaufzeichnungen, während der Live-Standort direkt an die Polizei übermittelt wird. Laut dem Unternehmer durchläuft die App aktuell die letzten Prüfungen vor dem offiziellen Launch. Die Online Dating and Discovery Association begründet ihren Protest dagegen mit der Vergangenheit des Gründers. Ein verurteilter Liebesbetrüger solle nicht ausgerechnet auf jene Art von Plattform zurückkehren, auf der er seine früheren Taten begangen hat. Ob Apple und Google auf die Forderung reagieren, ist bislang offen.
International bekannt wurde Simon 2022 durch die Netflix-Dokumentation "Der Tinder-Schwindler". In der Dokumentation berichteten etliche Frauen ausführlich, wie er sich mit erfundenen Identitäten ihr Vertrauen erschlich und sie um Millionen erleichterte. Ungefähr drei Jahre danach meldete er sich mit einem neuen Vorhaben in der Öffentlichkeit zurück: Über Instagram kündigte er sein Buch "The Story Behind the Man" an. Mit diesem Werk wollte er die Anschuldigungen und Geschehnisse endlich aus seiner persönlichen Perspektive darstellen. Kurz nach der Ankündigung stellte der heute 36-Jährige sein Instagram-Profil allerdings auf privat.





























