Dieser unbekannte Film inspirierte James Camerons "Avatar"
Dass James Camerons (72) "Avatar - Aufbruch nach Pandora" weltweit enorme Erfolge an den Kinokassen feierte, ist längst bekannt. Weit weniger geläufig ist jedoch, welcher Film den Regisseur zu seinem Sci-Fi-Hit inspirierte: ein heute kaum noch beachtetes Historienepos aus dem Jahr 1991. "Ein Pfeil in den Himmel" von Héctor Babenco bringt es auf stolze 190 Minuten Laufzeit und gehört neben "Der Smaragdwald" und "Der mit dem Wolf tanzt" zu den Vorbildern für seine Science-Fiction-Geschichte, wie James der Los Angeles Times verriet. Dabei konnte sich die Besetzung durchaus sehen lassen: Neben Tom Berenger und John Lithgow (80) standen auch Kathy Bates (78), Daryl Hannah (65) und Musiker Tom Waits vor der Kamera. Trotz des großen Aufwands und der namhaften Darsteller entwickelte sich der Film jedoch zu einem überraschenden Misserfolg. In den nordamerikanischen Kinos nahm er gerade einmal 1,2 Millionen Euro ein – eine Summe, die in deutlichem Kontrast zum betriebenen Aufwand stand.
Die Handlung spielt im brasilianischen Regenwald und verbindet zwei unterschiedliche Konflikte miteinander. Während US-amerikanische Missionare versuchen, das indigene Volk der Niaruna zum Christentum zu bekehren, droht dessen Heimat dem Abbau wertvoller Bodenschätze zum Opfer zu fallen. Im Zentrum der Geschichte steht der Söldnerpilot Lewis Moon, verkörpert von Tom Berenger. Er soll das Dorf aus der Luft bombardieren, weigert sich jedoch, den Auftrag auszuführen, und springt stattdessen mit dem Fallschirm über dem Dschungel ab. Da Moon selbst indigene Wurzeln hat, nimmt ihn die Gemeinschaft als Himmelswesen auf. Nach und nach übernimmt er ihre Traditionen und stellt sich schließlich gemeinsam mit ihr gegen die Bedrohung. Die Ähnlichkeiten zu "Avatar" liegen auf der Hand: Auch dort findet ein Fremder Zugang zu einer bedrohten Kultur und wendet sich gegen die eigenen Leute. Die durchwachsenen Kritiken trugen zusätzlich dazu bei, dass der Film nach seinem Kinostart weitgehend in Vergessenheit geriet.
Auf die Parallelen angesprochen, sprach der preisgekrönte Filmregisseur offen über die Werke, die ihn beeinflusst hatten. "Ja, [...] dasselbe Thema findet man auch in 'Ein Pfeil in den Himmel' und in 'Der Smaragdwald', der thematisch vielleicht nicht ganz so eng damit verwandt ist, in dem es aber ebenfalls um das Aufeinandertreffen verschiedener Zivilisationen oder Kulturen geht", erklärte James gegenüber der Los Angeles Times. Auch seinen kreativen Prozess erläuterte er: "Ich habe all diese Einflüsse aufgenommen, und wenn man sie dann durch die Brille der Science-Fiction betrachtet, sieht das Ergebnis völlig anders aus, bleibt aber auf der Ebene einer universellen Geschichte." Für die Zuschauer entstehe dadurch ein Gefühl der Vertrautheit: "Ich weiß, was für eine Geschichte hier erzählt wird." Das Publikum müsse sich also nicht erst mühsam orientieren, sondern könne sich direkt von der Handlung mitreißen lassen. Knapp 18 Jahre nach der Veröffentlichung des Abenteuerfilms rückten Camerons Aussagen das Werk noch einmal kurzzeitig ins Rampenlicht. Eine umfassendere Wiederentdeckung blieb jedoch aus.


























