Flug-Eklat: Selma Blair betäubte MS-Schmerzen mit Alkohol
Selma Blair (54) blickt auf eine Zeit zurück, in der sie zur Flasche griff, um körperliche und seelische Beschwerden auszublenden. In einer neuen Folge von Jenny McCarthys (53) Podcast "The Jenny McCarthy Wahlberg Show" erzählt die Schauspielerin, dass sie damals unter anderem Kopfschmerzen, Ängste und Nervenschmerzen, die damals noch niemand richtig einordnen konnte, lindern wollte. Auch beim Einschlafen habe ihr der Alkohol geholfen. Erst später habe Selma erkannt, dass ihre Nervenschmerzen nach dem Trinken vorübergehend verschwanden. Ihre Diagnose Multiple Sklerose hatte Selma im Jahr 2018 öffentlich gemacht. Wie schnell aus einem Glas immer mehr werden konnte, beschreibt sie in dem Gespräch deutlich: "Ein Glas ist nicht genug. Zwei Gläser sind nicht toll. Drei sind besser. Vier sind schrecklich." Das Interview war bereits vor Selmas Festnahme nach dem Flug-Eklat vom 11. Oktober aufgezeichnet worden. Jenny machte bei der Veröffentlichung ausdrücklich auf diesen zeitlichen Zusammenhang aufmerksam.
Eine Lösung sei der vermeintliche Ausweg für sie nie gewesen, stellt die Darstellerin klar. "Wenn man depressiv ist, wird das niemals eine gute Lösung sein. Und ich fühlte mich einfach immer müde und depressiv, und das war schrecklich", betont sie. Einen konsequent "komplett nüchternen Lebensstil" mit den Anonymen Alkoholikern verfolge sie nicht. Trotzdem sei ihr bewusst, dass sie nicht trinken könne. "Ich bin immer noch ein Mensch, aber ich erkenne, dass Alkohol keine gute Medizin für mich ist", fasst Selma zusammen. Nach eigenen Angaben nimmt die Schauspielerin niedrig dosierte Antidepressiva, verzichtet aber auf Schmerzmittel. Jenny wies bei der Veröffentlichung ausdrücklich darauf hin, dass das Gespräch vor den jüngsten Ereignissen entstanden war. Wegen des Vorfalls im Flugzeug muss Selma sich inzwischen vor Gericht verantworten. Selma bekannte sich in zwei Anklagepunkten wegen Körperverletzung zweiten Grades nicht schuldig. Ihr wird vorgeworfen, nach der Landung einen Polizisten und später eine Pflegekraft getreten zu haben. Der nächste Gerichtstermin ist für den 19. Januar angesetzt.
Der Vorfall selbst ereignete sich am 11. Oktober an Bord eines Delta-Fluges von Los Angeles nach New York. Selmas Team erklärte danach gegenüber People, sie habe an Bord einen medizinischen Notfall erlitten. Sie habe weder versucht, eine Flugzeugtür zu öffnen, noch habe sie jemanden verletzen wollen. Ihr Anwalt schilderte vor Gericht, Selma habe vor der Reise mehrere Dosen eines starken Medikaments gegen schwere neurologische Symptome ausgelassen. Erschöpft von langen Arbeitstagen habe sie das Flugzeug bestiegen und sich bei einem Sturz an Bord den Kopf gestoßen – zusammen mit der Flughöhe habe das zu starker Verwirrung und Orientierungslosigkeit geführt. Laut ihrem Sprecher lebt Selma täglich mit Schmerzen und zudem mit dem pseudobulbären Affekt, einer neurologischen Begleiterkrankung ihrer Multiplen Sklerose. Deshalb reist sie mit einem Assistenzhund – der sei während des Vorfalls allerdings von ihr getrennt worden.


























