Darum versteckt Mahershala Ali seine Oscars im Schrank
Zwei Oscars auf dem Kaminsims? Nicht bei Mahershala Ali (52). Der Schauspieler hat seine beiden Trophäen kurzerhand in einen Schrank geräumt – und das aus einem ganz bestimmten Grund. Bei einem gut besuchten Screen Talk im Rahmen der 70. Ausgabe des BFI London Film Festival in London sprach er am Samstag offen über seinen Umgang mit den begehrten Goldjungen. Seinen ersten Academy Award hatte Mahershala für den Film "Moonlight" erhalten, in dem er eine Art Ersatzvaterfigur spielte. Der zweite folgte für seine Darstellung des Pianisten Dr. Donald Shirley in "Green Book" – für diese Rolle wurde er zusätzlich mit einem BAFTA und einem Golden Globe ausgezeichnet. Der Anblick seiner Trophäen habe ihm auf seltsame Weise das Gefühl gegeben, bereits genug erreicht zu haben – und ihn damit von seiner eigentlichen Arbeit abgelenkt.
"Das wird verrückt klingen. Sie stehen in einem Schrank. Ich kann sie gerade nicht sehen", erklärte er laut The Hollywood Reporter. Und weiter: "Ich fühlte mich auf eine seltsame Weise zu erfolgreich. Das klingt verrückt, aber ich musste sie aus meinem Blickfeld räumen, damit ich mich wieder an die Arbeit machen konnte." Der Darsteller unterschied bei dem Gespräch in London zwischen äußerem Erfolg und innerer Zufriedenheit und machte deutlich, worauf es ihm ankommt: "Ich empfand ein Gefühl des Erfolgs, was nicht dasselbe ist wie Erfüllung. Das sind unterschiedliche Erfahrungen", sagte Mahershala dem Bericht von The Hollywood Reporter zufolge. "Selbst Dankbarkeit unterscheidet sich von Erfolg, und Erfolg wiederum von Erfüllung. Ich habe das Gefühl, diesem Zustand inzwischen näher zu sein und hinsichtlich meiner Arbeit auf gewisse Weise Erfüllung zu empfinden."
Derzeit steht der Schauspieler für die zweite Staffel der HBO-Krimiserie "Task" an der Seite von Mark Ruffalo (58) vor der Kamera. Außerdem ist er im Krimithriller "Your Mother Your Mother Your Mother" zu sehen – nach "Swan Song" erst seine zweite Hauptrolle überhaupt. Er verkörpert darin Latif, einen gläubigen Muslim und Auftragskiller, der nach dem Tod seiner Frau durch Houston reist, um seine drei Kinder zu beschützen. Die Belastung, die sein Beruf mit sich bringt, empfindet er inzwischen offenbar als sinnstiftend – auch wenn sie ihn Zeit mit seinen Liebsten kostet. "Ich fühle mich aus den richtigen Gründen erschöpft, ich bin aus den richtigen Gründen müde, und in gewisser Weise habe ich das Gefühl, dass es gerechtfertigt ist, von meiner Familie und meinen Freunden getrennt zu sein", schilderte er laut The Hollywood Reporter. "Deshalb habe ich das Gefühl, dass ich gerade erst anfange."



























