"Bares für Rares"-Händler lassen Kommode eiskalt stehen
Mit großer Hoffnung und einem schweren Stück im Gepäck trat Hermann Krampfl aus Ellwangen bei Bares für Rares an. Der Lehrer brachte eine vermeintlich antike Barockkommode zur Trödelshow mit und wünschte sich, dafür 1.000 Euro im Händlerraum einkassieren zu können. Doch schon bei der ersten Begutachtung dämpfte Experte Sven Deutschmanek (50) die Erwartungen deutlich. Der Sachverständige bezweifelte, dass das Möbelstück tatsächlich mehr als 200 Jahre auf dem Buckel hat. Seine Expertise fiel entsprechend ernüchternd aus: 500 bis höchstens 700 Euro seien für die Kommode realistisch.
Die eigentliche Enttäuschung folgte dann allerdings erst im Händlerraum. Weder Fabian Kahl (35) noch seine Kollegen zeigten Interesse an dem sperrigen Stück. Walter "Waldi" Lehnertz fand für das Möbelstück nur die Worte "Eiche brutal". Selbst als Hermann seine Preisvorstellung kurzerhand halbierte, blieb die Runde stumm – kein einziges Gebot kam zustande. Am Ende war es Wolfgang Pauritsch (54), der die Sache beendete und klarstellte, dass hier kein Geschäft zustande kommt.
Hermann selbst war überzeugt davon, ein restauriertes Original aus Litauen vor sich zu haben. Für ihn hat die Kommode zusätzlich einen besonderen Wert: Es handelt sich um ein Erbstück aus seiner Familie. Das Möbelstück sei von dem Lebensgefährten seiner Großmutter aufgearbeitet worden. Experte Sven entdeckte bei seiner Untersuchung jedoch gleich mehrere Punkte, die gegen diese Theorie sprachen. So beanstandete er unter anderem die Beschläge, die auf ihn ausgesprochen neuwertig wirkten. Auch die verschiedenen Holzarten passten seiner Einschätzung nach nicht zusammen. Die Händler ließen das Stück geschlossen stehen.





























