Heute zählt DJ Ötzi (55) zu den bekanntesten Stars der Schlagerszene. Doch bis zu seinem Erfolg musste der Sänger einige schwere Zeiten durchstehen. In einem Interview mit der österreichischen Wochenzeitung Tiroler Sonntag blickte er auf eine besonders schwierige Lebensphase zurück. Anfang 20 stand der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Friedle heißt, zeitweise ohne festen Wohnsitz da. Damals habe er sich nur darauf konzentrieren können, irgendwie durch den Alltag zu kommen. Schon seine Kindheit war von Unsicherheit geprägt: Seine Mutter gab ihn nach der Geburt zu Pflegeeltern. "Als Kind habe ich mich oft gefragt, wo ich eigentlich dazugehöre. Später, als ich obdachlos war, ging es darum, den nächsten Tag zu schaffen", erinnert er sich. Diese Erfahrungen begleiten ihn bis heute. Sie sind auch der Grund, warum er seine Bekanntheit nutzt, um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu helfen.
Wie wichtig Hilfe und Rückhalt in schwierigen Lebenssituationen sein können, hat DJ Ötzi selbst erfahren. Heute möchte er deshalb etwas zurückgeben und unterstützt verschiedene soziale Projekte. Dazu zählen unter anderem die Wärmestube Salzburg und die Organisation Wings for Life. "Wenn ich mit meiner Bekanntheit auf wichtige Anliegen aufmerksam machen und Menschen unterstützen kann, mache ich das von Herzen gerne", erklärt er gegenüber Tiroler Sonntag. Sich selbst bezeichnet er als "Mann für Amore", der anderen eine Freude machen möchte. "Heute tut es mir gut, anderen Freude zu schenken – vielleicht auch, weil ich weiß, wie sehr man sie manchmal braucht", sagt der Musiker über seine Motivation. Auch mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage hält er es für wichtig, aufeinander achtzugeben: "Hoffnung geben mir oft die kleinen Dinge: Wenn jemand hilft, zuhört oder einem anderen Mut macht. Das erinnert mich daran, wie viel Gutes in den Menschen steckt."
Auch aus einer weiteren persönlichen Krise fand DJ Ötzi nach eigener Aussage wieder heraus. Dabei hätten ihm vor allem der Rückhalt seiner Familie und die Musik geholfen, neuen Halt zu finden. Seit 2001 ist der Sänger mit seiner Frau Sonja verheiratet, gemeinsam haben sie eine Tochter. Im Familienalltag steht sein Prominentenstatus allerdings nicht im Mittelpunkt: "Zu Hause bin ich einfach der Gerry – Ehemann und Papa. Da spielt es keine Rolle, wie viele Platten ich verkauft habe." Und weiter erzählt der Sänger: "Meine Familie gibt mir Halt und sagt mir auch ganz ehrlich, wenn ich einmal danebenliege. Das ist viel wert." Zusätzliche Kraft gibt dem Sänger sein Glaube. Er betet und geht pilgern, auch auf dem Jakobsweg war er schon unterwegs. Beim Beten gehe es ihm "nicht nur darum, um etwas zu bitten, sondern auch darum, Danke zu sagen". Das Pilgern habe ihm geholfen, "manches klarer zu sehen und bewusster wahrzunehmen, was mir im Leben wichtig ist".






























