Russell Brands Anwalt meldet sich nach Wutausbruch zu Wort

Russell Brands Anwalt meldet sich nach Wutausbruch zu Wort

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min
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Kaum war der Schuldspruch gegen Russell Brand (51) verkündet, kam es vor dem Southwark Crown Court in London zu einem Zusammenstoß auf dem Gerichtsflur. Verteidiger Ian Winter sprach dort, im Beisein mehrerer Reporter, die Sunday-Times-Journalistin Rosamund Urwin an. Dem Daily Express zufolge sagte er zu ihr: "Ich hoffe, Sie sind mit sich zufrieden." Rosamund erwiderte: "Ich bin froh, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde." Damit wollte sich der Anwalt nicht abfinden. "Nun, das wurde ihr nicht. Sie haben es verdammt noch mal vermasselt", konterte Ian und schob ein "Glückwunsch" hinterher. Folgenlos blieb der Auftritt nicht: Bereits am nächsten Tag zeigte sich der Jurist selbst beim Bar Standards Board an. Die Berufsaufsicht für Anwälte soll nun klären, ob er sich falsch verhalten hat.

Seine Entscheidung begründete Ian in einer Erklärung, die unter anderem der Daily Express wiedergab: "Nachdem ich gesehen habe, wie die Angelegenheit in der heutigen Presse dargestellt wurde, bin ich der Auffassung, dass meine berufliche Pflicht es erfordert, diese Vorwürfe selbst dem Bar Standards Board zu melden, damit die Angelegenheit einer ordnungsgemäßen Prüfung unterzogen werden kann. Ich habe eine entsprechende Meldung gemacht." Bei der Sunday Times ist die Empörung unterdessen nicht verflogen. Chefredakteur Ben Taylor nannte das Verhalten des Verteidigers im Gespräch mit Times Radio außergewöhnlich und stellte sich klar hinter seine Reporterin. Schließlich habe nicht die Journalistin Russell schuldig gesprochen, sondern eine Jury aus acht Männern und vier Frauen, die die Beweise geprüft hatte. "Ich halte das, was er getan hat, für verwerflich", sagte Ben. Wer Rosamunds Integrität angreife, ziehe zugleich Geschworene, Verfahren und Justiz in Zweifel.

Dass sich überhaupt Betroffene meldeten, hing auch mit Rosamunds Recherchen für die Sunday Times zusammen. Im vierwöchigen Prozess machte Ian geltend, die frühere Berichterstattung habe die öffentliche Meinung beeinflusst und ein faires Verfahren verhindert. Der Richter lehnte den Antrag, das Verfahren aus diesem Grund abzubrechen, ab. Russell wies alle Anschuldigungen zurück und ließ über seine Verteidigung ausrichten, er werde zu Unrecht beschuldigt und sei Ziel einer Medienkampagne. Die Jury sah das anders und befand den Comedian und Schauspieler in einem Fall von Vergewaltigung und in drei Fällen von sexueller Nötigung für schuldig. Russell bleibt in Haft, das Strafmaß wird am kommenden Montag verkündet.

Russell Brand kommt zum Southwark Crown Court in London an
Getty Images
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Russell Brand kommt mit seiner Ehefrau Laura zur Fortsetzung seines Prozesses am Southwark Crown Court in London
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Russell Brand kommt mit seiner Ehefrau Laura zur Fortsetzung seines Prozesses am Southwark Crown Court in London
Russell Brand trifft zum Prozess am Southwark Crown Court in London ein, 28. Oktober 2026
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Russell Brand trifft zum Prozess am Southwark Crown Court in London ein, 28. Oktober 2026
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