Seit einigen Tagen macht eine Meldung zu Bruce Willis (71) die Runde, die so nicht stimmt. Mehrere Medien berichteten, seine Ehefrau Emma Heming (50) habe entschieden, das Gehirn des Schauspielers nach seinem Tod der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Ein Blick in ihren Ratgeber "Eine ganz besondere Reise", der im Juni erschienen ist, zeigt jedoch ein anderes Bild. Darin beschreibt das Model zwar ausführlich, wie wertvoll Gehirnspenden für die Forschung zur frontotemporalen Demenz sein können. Dass sie eine solche Spende für ihren Mann in die Wege geleitet oder beschlossen hat, schreibt sie allerdings an keiner Stelle. Ebenso wenig ist öffentlich bekannt, ob Bruce selbst eine entsprechende Erklärung abgegeben hat. Da der Hollywoodstar lebt, liegt die Entscheidung über eine mögliche Gehirnspende nach dem Recht in Kalifornien grundsätzlich bei ihm selbst. Neben Bruce kämen zu seinen Lebzeiten nur zwei weitere Instanzen für eine solche Entscheidung infrage: ein Gesundheitsbevollmächtigter, der ausdrücklich dazu befugt ist, oder ein vom Gericht bestellter Vormund. Aus Emmas Buch geht jedoch weder hervor, dass sie eine solche Vollmacht besitzt, noch dass sie als Vormund eingesetzt wurde.
Hinzu kommt: Dass Bruce nicht mehr verbal kommunizieren kann, bedeutet rechtlich nicht automatisch, dass er keine Entscheidungen mehr treffen darf. Hat er vor dem Verlust seiner Kommunikationsfähigkeit keinen eigenen Spendenwunsch festgehalten, kann Emma derzeit nicht eigenständig für ihn entscheiden. Ein Mitspracherecht der Familie entstünde nach kalifornischem Recht erst nach seinem Tod. An erster Stelle stünde dann ein möglicher Gesundheitsbevollmächtigter, gefolgt von Emma als Ehefrau und schließlich den volljährigen Kindern. Berichte, wonach sich Emma bereits mit Demi Moore (63) und den Töchtern auf eine Spende geeinigt habe, werden durch das Buch also nicht belegt. In ihrem Ratgeber gibt sie Einblicke in ihren Alltag als pflegende Partnerin. "Er kann nicht mit mir kommunizieren, und deshalb muss ich mich bei absolut allen Entscheidungen, die ihn betreffen, auf mein eigenes Urteilsvermögen verlassen", schreibt sie. Wenn sie ihn fragt, wie er sich fühle oder ob er Schmerzen habe, könne er nicht angemessen antworten.
Ihre allgemeine Unterstützung für Organspenden und ihre Ausführungen zu deren Bedeutung für die Forschung wurden zuvor als konkreter Entschluss zur Spende von Bruces Gehirn ausgelegt. Eine öffentlich erklärte Entscheidung für ihren Mann sind sie jedoch nicht. Bei Bruce war 2023 nach einer längeren Phase medizinischer Ungewissheit frontotemporale Demenz diagnostiziert worden. Inzwischen lebt der Schauspieler in einer Einrichtung in der Nähe des Familienhauses, die speziell auf seine Bedürfnisse ausgerichtet ist. Emma beschrieb diesen Schritt gegenüber ABC als schmerzhaft, stellte dabei aber die gemeinsamen Töchter in den Mittelpunkt: "Ich wusste vor allem, dass Bruce sich das für unsere Töchter wünschen würde. Er würde wollen, dass sie in einem Zuhause leben, das besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und nicht auf seine." Der Schauspieler ist besonders bekannt für die "Stirb langsam"-Reihe und spielte zudem in Blockbustern wie "The Sixth Sense" oder "Armageddon". Seine fünf Töchter verbringen regelmäßig Zeit mit ihrem Vater. Auch seine Ex-Frau Demi steht der Familie nach wie vor sehr eng zur Seite.



























