Die Diskussion zum Fall Jan Böhmermann (35) bricht nicht ab. Nach der Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel (61), die Ermittlungen gegen den Moderator aufgrund seiner satirischen Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zuzulassen, legt der jetzt erstmal eine TV-Pause ein. Doch seine Kollegen springen weiter für den Satiriker in die Bresche. Nun hat Oliver Kalkofe (50) seine Sicht der Dinge im TV kundgetan.

Jan Böhmermann, Moderator bei "Neo Magazin Royale"
Mathis Wienand / Getty Images
Jan Böhmermann, Moderator bei "Neo Magazin Royale"

Am heutigen Abend lief auf TELE 5 "Kalkofes Kommentar zur Satirefreiheit". Der Comedian erklärte in der achtminütigen Sendung auf überspitzte Art und Weise die Situation und hielt sich auch mit seiner klaren Meinung nicht zurück. "Schon jetzt in den Geschichtsbüchern als die erste Satire, die zur Staatsaffäre wurde, weil viele wichtige Leute zur falschen Zeit den Witz nicht verstanden haben", leitet Oliver Kalkofe seinen Kommentar ein. Das Problem sei nämlich nicht das diskutierte Gedicht selbst, sondern dessen Darstellung.

Oliver Kalkofe
WENN
Oliver Kalkofe

Der Schauspieler findet, dass das Satirestück bewusst beleidigend und heftig war, um mit den Übertreibungen seiner Kritik an der türkischen Regierung Ausdruck zu verleihen. Auch war nie davon auszugehen, dass man das Gedicht so ernst nehmen würde. "Niemals hätte ein Böhmermann oder sonst ein zurechnungsfähiger Komiker sich vor die Kamera gestellt und ernsthaft dieses Gedicht vorgelesen", sagt er weiter.

Oliver Kalkofe
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Zudem hält Oliver Kalkofe den Umgang der Kanzlerin mit der Affäre für falsch. Ihre Einschätzung des Dichtwerks habe dafür gesorgt, dass dieses überhaupt zu einer Staatsaffäre würde. Außerdem sieht er er darin eine große Gefahr: "Und sie wird fatalerweise gerade von den falschen und radikalen Kräften für ihre Zwecke genutzt werden."