Mit ehrlichen Worten und spitzzüngigen Bemerkungen ist Jan Böhmermann (35) im ZDF immer wieder für einen Aufreger gut, doch jetzt schoss er über das Ziel hinaus. Letzten Donnerstag unterzog der Moderator in "Neo Magazin Royale" den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (62) einer Schmähkritik und sorgte für einen handfesten Skandal. Jetzt könnten ihm dafür sogar rechtliche Konsequenzen und eine Gefängnisstrafe drohen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Nachdem Böhmermanns Pöbeleien vor laufender Kamera in der Öffentlichkeit gar nicht gut ankamen und sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (61) einschaltete, zog das ZDF schnell Konsequenzen: Weder in der Wiederholung am Freitag noch in der Mediathek ist die Erdoğan-Passage nun zu finden. Doch damit ist der Übeltäter offenbar nicht aus dem Schneider, wie das Auswärtige Amt in einer internen juristischen Prüfung, die laut taggesspiegel.de nach einem Telefonat zwischen Merkel und dem türkischen Premierminister Ahmet Davutoglu (57) am Sonntag in Auftrag gegeben worden war, befand.

Jan Böhmermann
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Jan Böhmermann

Da Jan Böhmermanns gemeine und grenzwertige Äußerungen als Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts gewertet werden können, drohen ihm laut Paragraph 103 des Strafgesetzbuches bis zu drei Jahre Knast! Sollte ihm sogar verleumderische Absicht nachgewiesen werden können, müsste er eventuell sogar fünf Jahre lang ins Gefängnis.

Jan Böhmermann und Markus Lanz
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Jan Böhmermann und Markus Lanz

Ein Strafverfahren gegen den 35-Jährigen wurde bisher aber nicht eingeleitet, denn noch hat die türkische Botschaft nicht den dafür nötigen offiziellen Antrag beim Auswärtigen Amt eingereicht. Aus Regierungskreisen heißt es zudem, dass ein solcher Schritt eher unwahrscheinlich sei. Da scheint Jan Böhmermann ja vielleicht noch einmal mit einem blauen Auge davon zu kommen.