Harvey Weinsteins Antrag scheitert: Neuer Prozess im März

Harvey Weinsteins Antrag scheitert: Neuer Prozess im März

- Theresa Neureuter
Lesezeit: 2 min

Harvey Weinstein (73) hat jetzt vor Gericht in New York die nächste Niederlage eingesteckt. Am Donnerstag trat der frühere Hollywood-Produzent in Manhattan erneut vor Richter Curtis Farber auf – im Rollstuhl, mit schwarzer Brille, sichtlich angeschlagen. Doch Mitleid gab es im Saal nicht, wie Bild berichtet: Der 74-Jährige wollte seine Verurteilung im Fall von Miriam "Mimi" Haley kippen lassen, scheiterte aber mit dem Antrag. Seine Anwälte behaupteten, Geschworene seien unter Druck gesetzt worden. Das Gericht sah das anders, hielt das Urteil aufrecht und legte gleichzeitig schon den nächsten Termin fest.

Richter Curtis setzte den Beginn des neuen Prozesses auf den 3. März fest, angesetzt sind rund zehn Tage. Im Mittelpunkt steht dann erneut Jessica Mann und eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Hotel in Midtown im Jahr 2013 – bereits der dritte Anlauf in diesem Fall, nachdem sich eine frühere Jury nicht hatte einigen können. Im Saal wurde es laut, als Verteidiger Arthur Aidala von einer "Verschwendung von Steuergeldern" sprach und auf Harveys Alter und seine Gesundheitsprobleme verwies. "Wenn sein Name nicht Harvey Weinstein wäre, wäre der Fall längst erledigt", wetterte der Star-Anwalt laut dem Medium. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen: "Es geht nicht um seinen Namen. Es geht um Sexualverbrechen", zitierte das Blatt die Ankläger. Ein möglicher Deal liegt auf dem Tisch: Ein Schuldbekenntnis würde keine zusätzliche Haft bringen, die Strafe würde parallel zur Verurteilung im Fall Mimi laufen. Dennoch lehnt Harvey bislang jedes Geständnis ab.

Im Gerichtssaal kam der frühere Filmmogul schließlich selbst zu Wort. Mit brüchiger Stimme schilderte Harvey laut Bild seine Haft auf Rikers Island als "seelenerdrückend" und bezeichnete jeden Tag hinter Gittern als "langsamen Marsch in den Tod". Er sprach davon, sich "gebrochen, verlassen und verängstigt" zu fühlen, und warf dem Verfahren "äußeren Druck" und Juroren-Fehlverhalten vor. Als er über seine Kinder sprach, stockte ihm die Stimme. Gleichzeitig beteuerte der Produzent: Trotz moralischer Fehler habe er "nie jemanden sexuell angegriffen". Sein Anwalt Arthur erklärte laut dem Bericht, Harvey lehne ein Geständnis auch deshalb ab, weil er seinen Kindern gegenüber "sauber" bleiben und der Welt zeigen wolle, dass er unschuldig sei.

Harvey Weinstein im Juni 2025
Getty Images
Harvey Weinstein im Juni 2025
Harvey Weinstein mit seinem Anwalt, Oktober 2022
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Harvey Weinstein mit seinem Anwalt, Oktober 2022
Harvey Weinstein im Mai 2025
Getty Images
Harvey Weinstein im Mai 2025