"Zeit abgesessen": Judi Dench verteidigt Harvey Weinstein
Zu ihrem 91. Geburtstag hat Judi Dench (91) in einem Interview mit der Radio Times über die umstrittenen Hollywood-Größen Harvey Weinstein (73) und Kevin Spacey (66) gesprochen. Dabei äußerte sich die Schauspielerin unter anderem zum Thema Vergebung im Fall Weinstein, der nach mehreren Verurteilungen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung derzeit eine Haftstrafe verbüßt. Judi, die über viele Jahre mit Harvey Weinstein zusammenarbeitete, erklärte: "Ich stelle mir vor, er hat seine Zeit abgesessen." Gleichzeitig betonte sie, dass sie nie das jüngste Opfer seiner Taten war und sich glücklich schätze, selbst keine derartigen Erfahrungen gemacht zu haben. Ihre Worte lösten Reaktionen aus, unter anderem von Harvey selbst, der über seinen Sprecher verlauten ließ, er sei "dankbar für die freundlichen Worte" der Oscar-Preisträgerin.
Anlässlich des Gesprächs sprach Judi Dench auch über Kevin Spacey, mit dem sie ihre langjährige Freundschaft weiterhin pflegt. Der Schauspieler war 2023 in einem britischen Prozess von Vorwürfen der sexuellen Nötigung freigesprochen worden. Laut Judi, die ihn als großen Unterstützer nach dem Tod ihres Ehemannes Michael Williams beschreibt, stehen die beiden immer noch regelmäßig in Kontakt und schreiben sich Nachrichten. Obwohl beide Männer wegen schwerer Anschuldigungen in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind, macht die Schauspielerin deutlich, dass sie eine persönliche Haltung zu Themen wie Verzeihen und Vergangenheitsbewältigung einnimmt.
Harvey Weinstein, dessen Einfluss auf die Filmwelt über Jahrzehnte hinweg unbestreitbar war, wurde in den vergangenen Jahren zu insgesamt 39 Jahren Haft verurteilt. Neben körperlichen Gebrechen sorgte seine Inhaftierung wohl auch für die endgültige Trennung vom Rampenlicht Hollywoods. Judi Dench, die ihn nicht nur als Produzent, sondern auch als Förderer ihrer Karriere bezeichnet, hatte sich bereits 2017 entsetzt über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gezeigt, sich aber stets darum bemüht, berufliche Anerkennung und persönliche Meinung voneinander zu trennen. Gleichzeitig äußerte sie sich besorgt darüber, dass Werke von Kevin Spacey und Harvey Weinstein durch ihre Skandale in Vergessenheit geraten könnten.







