Anwältin meint: So schwierig ist Klage gegen Ex-Prinz Andrew
Sigrid McCawley schlägt Alarm: Die Anwältin, die Virginia Giuffre (†41) jahrelang vertreten hat, berichtet, wie sie zu Beginn der juristischen Auseinandersetzung vor einer Klage gegen Andrew Mountbatten Windsor (65) gewarnt wurde – mit der Begründung, eine Zustellung an einen ranghohen Royal sei quasi unmöglich. Die Juristin aus Florida ließ sich davon nicht abschrecken und reichte 2021 in den USA Zivilklage ein, während Andrew in der Royal Lodge in Berkshire lebte. Virginia, die Andrew schweren sexuellen Missbrauch als Jugendliche vorwarf, beharrte darauf, von Jeffrey Epstein (†66) zu ihm gebracht worden zu sein. Andrew bestritt jedes Fehlverhalten und ließ erklären, er habe von den Verfahren nichts gewusst. Sigrid empfand diese Hürden als "so auffällig", wie sie gegenüber dem Magazin OK! schildert.
Im Rückblick kritisiert sie nicht nur die juristischen Verwicklungen rund um die Zustellung, sondern auch britische Behörden. "Die Met hätte mehr tun können", sagte sie zu OK! und sprach davon, dass Virginia "mehrfach im Stich gelassen" worden sei. Sie schildert zudem, wie ein Richter schließlich die Geduld verlor, als weiterhin behauptet wurde, Andrew sei nicht ordnungsgemäß informiert worden: "Das ist Unsinn… er weiß eindeutig Bescheid", habe das Gericht signalisiert. Parallel dazu führte Sigrid erbitterte Auseinandersetzungen mit Ghislaine Maxwell (64), die bei einer Aussage in Manhattan so heftig auf den Tisch schlug, dass die Technik des Stenografen kippte. Am Ende folgten Vergleichsgespräche, in denen es laut der Anwältin nicht nur um Geld ging, sondern auch um die Anerkennung von erlittenem Schaden – ein Moment, in dem "Tränen flossen", wie sie sagt. Ghislaine wurde 2022 wegen Verschwörung zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger verurteilt, ein Verfahren, das in Teilen auf Giuffres Zivilklage aufbaute.
Abseits der Paragrafen zeichnet Sigrid das Bild einer Verbündeten, die zu Virginia ein enges Vertrauensverhältnis aufbaute. In ihrem Umfeld galt sie als "Mitstreiterin", wie Virginia sie in ihren Erinnerungen nannte. Die Anwältin beschreibt erste Treffen in New York 2015 als schicksalhaft und betont, sie habe Virginias Glaubwürdigkeit sofort gespürt. Begegnungen mit Jeffrey seien von offenem Druck geprägt gewesen – von der plötzlichen Präsenz im Fahrstuhl bis zu einem Wagen, der ihr nach Feierabend folgte. Sigrid spricht von einem Wechsel aus Einschüchterung und anbiederndem Ton. Inmitten all dessen blieb sie bei einer Grundüberzeugung: Dass Anerkennung und Validierung für Betroffene mehr bedeuten können als jede Zahl auf einem Scheck.









