Echte "Marty Supreme"-Familie enttäuscht von Darstellung
Timothée Chalamet (30) surft gerade auf der Erfolgswelle, doch ausgerechnet die Familie des realen Tischtennis-Champions, auf dem sein gefeierter Kinohit "Marty Supreme" basiert, erhebt nun schwere Vorwürfe. Während der Film in den USA bereits über 61 Millionen Euro einspielte und Timothée nach dem Golden Globe auch eine Oscar-Nominierung einbrachte, spricht die Familie von Marty Reisman von einer Falschdarstellung. In Washington State sahen Tochter Debbie sowie die Enkel Roger und Josh das Werk – und verließen das Kino teils in Tränen. "Sie machten ihn zum Tunichtgut", sagte Debbie gegenüber Daily Mail. Von angeblichen Affären, kriminellen Eskapaden und Demütigungen wollen sie nichts wissen.
Die Familie betonte, an der Entstehung nicht beteiligt und nicht entschädigt worden zu sein. Dabei, so ihr Vorwurf, greife der von Josh Safdie inszenierte Film mit Timothée und Gwyneth Paltrow (53) als ältere Liebesaffäre auf markante Details aus Martys Leben und Autobiografie zurück – ohne Nennung, ohne Rücksprache. Im Film heißt der Held Marty Mauser, trägt jedoch Marty Reismans runde Brille, kämpft mit schwacher Sehkraft und durchläuft Stationen, die stark an den echten Werdegang erinnern. Besonders schockierte die Angehörigen eine Szene, in der der Protagonist mit einem Tischtennisschläger auf dem nackten Hintern geschlagen wird. "Das war Demütigung und Verzweiflung, und dafür stand er nicht. Marty war ehrgeizig, aber nicht verzweifelt", sagte Josh. Auch von einer Affäre mit einer verheirateten Schauspielerin oder einer Schwangerschaft der Jugendliebe wisse die Familie nichts.
Hinter all dem Glamour und den Box-Office-Rekorden steht für Debbie, Roger und Josh vor allem die Angst, dass die Welt sich nun ein völlig falsches Bild von ihrem Vater und Großvater macht. Roger beschrieb, wie schwer es für seine Mutter gewesen sei, den Saal weinend zu verlassen, aus Sorge, die Menschen könnten glauben, dieser rücksichtslose Filmheld sei wirklich Marty. In ihren Erinnerungen und in seinen eigenen Schilderungen war er ein sensibler Junge aus einfachen Verhältnissen auf der Lower East Side, der in Tischtennis einen Ausweg aus Ängsten und finanzieller Not fand, später Freunde wie Dustin Hoffman (88) und Susan Sarandon (79) um sich scharte und mit seinem Humor und seinem Sinn für Gerechtigkeit beeindruckte. Die Familie arbeitet inzwischen daran, ein von Marty selbst geschriebenes Fortsetzungsbuch zu seiner Autobiografie zu veröffentlichen und hat dafür eine Website eingerichtet, damit sich Interessierte ein eigenes Bild von ihm machen können – fernab der grellen Kinoinszenierung, die ihre persönliche Geschichte so tief getroffen hat.








