Tumor zerstörte Judith Williams Traum von der Opernbühne
Judith Williams (54) hat einen ihrer schwersten Kämpfe öffentlich gemacht: Die Unternehmerin und Investorin aus Die Höhle der Löwen erzählt, dass ein gutartiger Tumor in der Gebärmutter und eine anschließende Hormonbehandlung ihr einst die Stimme raubten und damit den großen Traum von der Opernbühne. Die TV-Bekanntheit schildert, wie sie am Anfang ihrer Laufbahn stand, als die Diagnose alles veränderte. "Mir war einfach die Identität genommen worden", sagte Judith der Bild. Der Einschnitt traf sie früh in ihrem Leben, in Herrsching in Bayern nahm die Neuorientierung ihren Anfang. An ihrer Seite standen Familie und später ihr Mann. Aus der Not wurde ein Neustart, der sie – fern der Oper – auf völlig neue Wege führte.
Nach dem abrupten Ende der Gesangskarriere suchte Judith Halt im Alltag, begann als Empfangsdame in einem Fitnessstudio und legte sich eine Regel zu: in jeder Rolle alles geben. Sie prägte sich Namen, Wünsche, Drinks und Ziele der Kunden ein, wollte, wie sie sagt, "die beste Empfangsdame" sein. Darauf folgte der Wechsel ins Teleshopping, erst an der Rezeption, dann vor der Kamera – ein Sprung, den sie als Mischung aus "Zufall, harter Arbeit und echter Leidenschaft" beschreibt, so die Bild. Gleich der erste Auftritt bei QVC wurde zum Volltreffer: "Wir haben den Verkaufsküchenrekord gebrochen – in nur einer Stunde", erinnert sie sich. Beim Verkaufen stellt sie die Geschichte hinter den Produkten in den Mittelpunkt: "Er hat vielleicht seine Lebensersparnisse riskiert für seinen Traum. Und es ist von mir abhängig, ob ich seine Geschichte gut erzähle, damit die Menschen das verstehen und sagen: 'Cool, diesen Artikel brauchen wir unbedingt.'", sagte sie dem Blatt. Heute führt sie Unternehmen, investiert in Gründerinnen und Gründer und beschreibt Zufriedenheit als bewusste Entscheidung. Ihre Patchwork-Familie mit vier Kindern und die Unterstützung von Alexander-Klaus geben ihr Rückhalt – ebenso die Erfahrung, einmal kurz alleinerziehend gewesen zu sein.
Privat blickt die Unternehmerin auf eine unkonventionelle Kindheit: geboren in München, aufgewachsen in Trier, ein Zuhause voller Musik, ein Vater, der für sein Gesangsstudium sogar Hunde im Pudelsalon wusch. Judith erzählt, in der Schule oft gezweifelt zu haben, bis ein Psychologe ihr Selbstvertrauen stärkte. Später halfen ihr kleine Rituale, den Blick nach vorn zu richten, etwa positive Sätze vor dem Spiegel. Nahestehende beschreiben sie bis heute als zurückhaltend, bescheiden und eher leise im Auftritt – Eigenschaften, die im Kontrast zu ihrer Präsenz als Teleshopping-Ikone und Investorin stehen. Mit ihrem Mann bildet die Moderatorin auch geschäftlich ein Team; er glaubt, wie sie sagt, "manchmal mehr" an sie als sie selbst. Nach intensiven Jahren gönnt sich die Familie bewusst Auszeiten, zuletzt bei einer Ayurveda-Reise, wo Judith den Moment genießen konnte und feststellte, dass man manches auch loslassen darf.









