Epstein gestand 2010 Prostitution-Anstiftung Minderjähriger
Ein neu veröffentlichtes Video aus den jüngsten Epstein-Akten wirbelt Staub auf: Jeffrey Epstein (†66), der 2009 in Florida unter anderem wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen schuldig gesprochen wurde, sitzt 2010 in einer Aussage vor der Kamera – und stellt alles auf den Kopf. Das berichtet TMZ. Ort des Geschehens: ein Deposition-Raum, Zeitpunkt: ein Jahr nach seinem Deal mit der Staatsanwaltschaft. Gefragt wird der Unternehmer von einem gegnerischen Anwalt, konfrontiert mit seinem Schuldbekenntnis – und mit der Frage nach Reue. Als der Jurist auf die Minderjährige zu sprechen kommt, antwortet Epstein ungerührt: "Welche Minderjährige?" Die Szene lässt die Luft knistern und gibt dem brisanten Fall neue Nahrung.
Das Video zeigt, wie der Anwalt Epstein mehrfach fragt, ob Frauen, mit denen er zu tun hatte, bereits vor dem Kennenlernen Prostituierte gewesen seien. Epstein verweist stur auf sein Geständnis wegen Anwerbung zur Prostitution, behauptet dann jedoch fälschlich, er habe sich nicht schuldig bekannt, Sex mit einer Minderjährigen angebahnt zu haben. Daraufhin hält der Anwalt dagegen: Epstein habe sich sehr wohl der Anwerbung einer Minderjährigen für Prostitution schuldig bekannt – ein Verbrechen. Konfrontiert mit dem Widerspruch, lenkt Epstein ein, sagt, er kenne den Namen der Betroffenen nicht, und wiederholt sein Schuldbekenntnis aus dem Jahr 2009, das ihm in Florida 18 Monate Haft im Rahmen eines Deals einbrachte. Die irritierte Nachfrage nach Reue endet in der Szene mit der vielzitierten Retourfrage: "Welche Minderjährige?"
Jeffrey Epstein war vor seinem Sturz ein bestens vernetzter Mann, der sich in den Häusern der Reichen und Einflussreichen bewegte. Er pflegte ein Umfeld, das ihm jahrelang Türen öffnete – von gesellschaftlichen Empfängen bis zu privaten Rückzugsorten. Wegbegleiter beschrieben ihn als jemanden, der sich gern als Problemlöser inszenierte und Vertraulichkeit zur Währung machte. Freundschaften wurden durch Einladungen, Gefallen und diskrete Treffen gepflegt. Seine Art, Nähe zu schaffen, basierte oft auf Kontrolle über Termine, Reisen und Erreichbarkeit. Das Geflecht aus Bekanntschaften und Loyalitäten war für den Unternehmer mehr als Prestige: Es war ein System, das seinen Alltag strukturierte und seinen Aufstieg absicherte – bis Ermittlungen und Akten wie diese Videos Einblicke in die Abgründe hinter der Fassade gaben.








