Seine Google-Suchen: Marius Borg Høiby weint im Gericht

Seine Google-Suchen: Marius Borg Høiby weint im Gericht

- Mia Lada-Klein
Lesezeit: 2 min

Im Gerichtssaal von Oslo wird es still, als Marius Borg Høiby (29) erneut die Fassung verliert. Am dritten Prozesstag ringt der 29-Jährige zwischen seinen Anwälten mit den Tränen, wischt sich mit dem Ärmel über Augen und Nase und fragt unter Schluchzen, warum intime Details in den Polizeiakten stehen. Vor Gericht geht es um seine Google-Suchen – darunter Begriffe wie "Vergewaltigung", "Schlafvergewaltigung" und "Besuchsverbot". Ein Polizeizeuge legt Listen vor, die entsprechende Aufrufe und Stichworte dokumentieren. Marius (29) wirkt aufgewühlt, als er sich über die Veröffentlichung dieser Angaben ärgert und ruft laut dem norwegischen Medium VG: "Was zum Teufel hat das mit dem Fall zu tun?"

Der pensionierte Ermittler Stig Berg Larsen erklärt dem Gericht, Marius habe im September 2024 unter anderem nach "Schlafvergewaltigung", dem "Unterschied zwischen Überfall, Vergewaltigung und Übergriff" sowie nach "Besuchsverbot", "mögliche Rücknahme" und "Besuchsverbot: Abstand" gesucht. Zugleich räumt der Zeuge ein, dass Google-Vorschläge bei unvollständig eingegebenen Wörtern eine Rolle gespielt haben könnten. Brisant wird es, als die Staatsanwaltschaft auf angebliche Absprachen in Marius' Privatleben zu sprechen kommt: Er berichtet, manche Partnerinnen seien "müde" gewesen und hätten ihm gesagt, er könne weitermachen, auch wenn sie schliefen. Auf die Frage, warum er fortfuhr, antwortet er offen, er habe "kommen" wollen, und verweist auf Alkohol und Kokain, die es ihm erschwert hätten. Kurz vor der Mittagspause bricht er erneut in Tränen aus, weil ein Detail aus seinem Intimleben, das aus seiner Sicht nichts mit der Anklage zu tun hat, öffentlich wurde.

Abseits der harten Fakten zeigt Marius in diesen Stunden viel Nervosität, nestelt an seinem Ärmel, fährt sich durch die Haare und wirkt erschöpft. Der Norweger, der in der Vergangenheit wiederholt als zurückhaltend beschrieben wurde, ringt sichtbar um Kontrolle, wenn persönliche Fragen auftauchen und intime Gewohnheiten seziert werden. Schon an den Vortagen gab er an, müde zu sein und körperlich unter Anspannung zu stehen. Menschen aus seinem Umfeld betonen seit Längerem, dass er Privates ungern preisgibt; genau diese Grenze verschiebt das Verfahren nun jeden Tag ein Stück weiter. In Oslo wird dabei jedes Wort protokolliert, jedes Zucken gelesen – und Marius steht mit all seinen Schwächen im grellen Licht des Gerichtssaals.

Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
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Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Getty Images
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag im Bezirksgericht Oslo
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Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag im Bezirksgericht Oslo
Sollten Marius’ Google-Suchen so ausführlich im Gericht besprochen und öffentlich gemacht werden?