

"Das war mein Leben": Lena Jensen kommentiert Epstein-Akten
Lena Jensen spricht seit einiger Zeit schonungslos offen von ihrer traumatischen Kindheit – jetzt zieht die Influencerin deutliche Parallelen zu den neu veröffentlichten Epstein-Akten: "Das war mein Leben, seit ich zwei und bis ich sechs Jahre alt war", so die 32-Jährige auf Instagram. Während in den USA unzählige Fotos und Dokumente rund um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) veröffentlicht wurden, erzählt Lena, dass die darin geschilderten Muster für Betroffene erschreckend vertraut sind. Sie betont, dass man den Fall in Deutschland allzu gern als fernes Promi-Drama abtue, obwohl ähnlicher Missbrauch auch direkt "nebenan" stattfinde. Das Problem sei dabei immer dasselbe: Den Opfern werde nicht geglaubt. "Ich habe erzählt, dass ich dabei war, als versucht worden ist, ein Baby neben mir sexuell zu missbrauchen, und trotzdem wurde mir gesagt, dass ich lüge oder nur Aufmerksamkeit suche", berichtet Lena.
Die neu veröffentlichten Akten zeichnen ein Bild eines weit verzweigten Netzwerks um Jeffrey, dessen Umfeld offenbar zahlreiche mächtige Personen einschloss. Zugleich wurden Teile von potenziell belastendem Material – darunter Aufnahmen mit Minderjährigen – bewusst zurückgehalten. Für Betroffene wie Lena ist das eine bittere Erfahrung: Viele Aussagen stünden seit Jahren im Raum, doch Ermittlungen verliefen oft im Sande. Die Influencerin beschreibt, wie auch in ihrem eigenen Fall medizinische Befunde vorlagen, ein Verfahren dennoch eingestellt wurde und Akten später unauffindbar waren. Lena steht heute nach eigenen Angaben mit Betroffenen aus dem Epstein-Komplex in Kontakt und fordert, dass Ermittlungen konsequent fortgesetzt werden. Aus ihrer Sicht braucht es schärfere Gesetze, mehr Aufklärung und eine Haltung, die Kindern geglaubt und Täterinnen und Täter nicht aus der Verantwortung entlässt.
Heute versucht die Influencerin, aus ihrem Trauma Kraft zu ziehen und andere Betroffene zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Gemeinsam mit ihrer Mutter Bettina arbeitet sie daran, mehr Bewusstsein für sexualisierte Gewalt gegen Kinder zu schaffen – unter anderem mit dem gemeinsamen Engagement für das NDR-Format "deep und deutlich". Für die Zukunft plant Lena unter anderem eine Social-Media-Kampagne und eine Petition, um rechtliche Hürden in Missbrauchsverfahren zu senken. Dass sie sich dabei öffentlich auch auf den Epstein-Fall und die veröffentlichten Akten bezieht, liegt für sie nahe: Der einstige Unternehmer hatte sich über Jahre mit mächtigen Kontakten umgeben, während viele Opfer darum kämpften, überhaupt irgendwo Gehör zu finden. Für Lena ist ihre eigene Geschichte längst nicht mehr nur ein persönliches Schicksal – sie versteht sie als Teil eines größeren Systems, das sie nun sichtbar machen will, Schritt für Schritt und Seite an Seite mit Bettina.







