Halle Berry spricht über Rassismus-Erfahrungen in Jugend

Halle Berry spricht über Rassismus-Erfahrungen in Jugend

- Sandrine Palme
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Halle Berry (59) hat in einem neuen Interview offen über schmerzhafte Erinnerungen aus ihrer Schulzeit gesprochen. Die Schauspielerin schildert, wie sie nach einem Wechsel von einer städtischen Schule auf eine Vorstadtschule in der vierten Klasse plötzlich fast ausschließlich unter weißen Mitschülern lernte – und wie sie dort als eines der wenigen schwarzen Kinder sichtbar wurde. Später, in der Highschool, wählten die Schülerinnen und Schüler sie zur Abschlussballkönigin. Doch statt Applaus folgte ein Schock: Lehrkräfte akzeptierten das Ergebnis nicht, warfen Halle Betrug vor und erzwangen einen Münzwurf gegen ein weißes Mädchen, um die Krone zu bestimmen. "Als schwarzes Mädchen war ich nicht das Symbol, das sie sich für ihre Königin wünschten", sagte Halle dem Magazin The Cut. Die Wut darüber habe sie damals nach innen gerichtet.

Der Star, deren Mutter weiß und deren Vater schwarz ist, erzählte, wie prägend der Kulturwechsel für sie war. Eine entscheidende Stütze wurde ihr dabei die Lehrerin Yvonne, eine der wenigen schwarzen Pädagoginnen an der Schule – heute eine enge Vertraute und Patin ihrer beiden Kinder. Sie habe ihr geholfen, die eigene Haut zu lieben und ihre schwarze Identität anzunehmen. Schon 2021 hatte Halle in der PBS-Doku "American Masters: How It Feels To Be Free" erklärt, wie dringend sie in der Kindheit nach Vorbildern suchte, weil sie zu Hause keine passenden Bilder fand. Die Erfahrung mit der verweigerten Krone habe ihr gezeigt, Ungerechtigkeit zu benennen und sich nicht beugen zu lassen: "Ich habe mein ganzes Leben gekämpft – darum, gesehen und ernst genommen zu werden", erklärte sie. Gegenüber der New York Times stellte sie zudem klar, dass ihr Aussehen sie nie vor Schmerz, Verlust oder Missbrauch geschützt habe.

Privat blickt Halle auf einen Weg, der von engen Bindungen und Verlässlichkeit geprägt ist. Die enge Beziehung zu Yvonne hält bis heute, sie steht als Patin an der Seite ihrer Kinder und als Freundin an Halles. Die Schauspielerin hat wiederholt betont, wie wichtig ihr familiäre Nähe ist und dass sie Rückhalt aus ihrem Umfeld schöpft, wenn es stürmisch wird. Aus kleinen Alltagsritualen, Gesprächen mit Vertrauten und der Suche nach positiven Vorbildern formte sie über die Jahre ihren Anker. Diese persönlichen Bande gaben ihr die Ruhe, die sie gebraucht hat, um ihren Platz zu finden – und ihren eigenen Ton, mit dem sie ihre Geschichte erzählt.

Halle Berry beim Red Sea International Film Festival 2023
Getty Images
Halle Berry beim Red Sea International Film Festival 2023
Halle Berry, November 2002
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Halle Berry, November 2002
Halle Berry auf dem Red Carpet der Oscars 2017
Frazer Harrison / Getty Images
Halle Berry auf dem Red Carpet der Oscars 2017