Fans kritisieren "zu viel Diversity" in neuer GNTM-Staffel
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Fans kritisieren "zu viel Diversity" in neuer GNTM-Staffel

- Julia Geißenhöner
Lesezeit: 3 min

Kaum ist die neue Staffel von Germany's Next Topmodel mit den ersten beiden Folgen über die Bildschirme gelaufen, hagelt es im Netz bereits Kritik – und zwar vor allem an der von Heidi Klum (52) so gefeierten Diversity. In den Casting-Folgen in Deutschland traten zunächst die Männer vor die Jury, danach die Frauen, alle gemeinsam in einer Staffel, die so inklusiv sein soll wie nie. Doch während Heidi die Mischung aus Männern, Frauen, Best Agern und auffällig tätowierten Kandidatinnen und Kandidaten betont in Szene setzt, fühlen sich viele Fans vom Konzept nicht mehr abgeholt. Auf Instagram sammeln sich Kommentare von Zuschauerinnen und Zuschauern, die beklagen, dass das ursprüngliche Model-Konzept ihrer Meinung nach unter die Räder geraten sei, während andere genau diese Vielfalt begeistert feiern. Die Show habe den Fokus verloren.

Unter einem Clip zur Sendung bringt eine Userin die Stimmung eines Teils der Community auf den Punkt: "Ich vermisse das GNTM, bei dem das Modeln im Fokus stand." Sie kritisiert, Kandidatinnen und Kandidaten würden "nur weitergelassen, weil sie ins 'Diversity-Image' passen" und spricht von Best Agern, die "auf Krampf" weiterkämen, weil sie in den vergangenen Jahren zu selten vertreten gewesen seien. Eine andere Stimme ärgert sich darüber, dass die Show sich "in Richtung Trash-TV" bewege und nicht mehr das Ziel habe, "richtige Models" zu finden – also Gesichter für Haute Couture und Laufstege von Labels wie Versace oder Balmain. Auch die vielen großflächigen Tattoos in der neuen Staffel sind ein Reizthema: "Damals waren Tattoos verboten, in dieser Staffel sind wieder so viele auffällig tätowiert, sowas gefällt vielen Designern nicht", schreibt ein Fan. Gleichzeitig gibt es aber auch Gegenstimmen, die gerade die neue Mischung feiern: "Die Vielfalt der Mädels ist genial", heißt es in einem viel gelikten Beitrag. Eine andere Nutzerin lobt: "Auf den ersten Blick finde ich, bei den Frauen sind echt viel mehr dabei mit Charakter und Ausstrahlung als bei den Männern."

Heidi setzt bei der aktuellen Staffel besonders sichtbar auf ein Bild von Schönheit, das über klassische Modelmaße hinausgeht und verschiedene Lebenswirklichkeiten abbilden soll. Männer, Frauen, Best Ager, Curvy-Models und Kandidaten mit sichtbaren Tattoos teilen sich nun die Laufstege und Fotostudios der Show, während Modegrößen wie Jean Paul Gaultier (73) an Heidis Seite Platz nehmen und das Geschehen kommentieren. Die Castingshow erreicht damit weiterhin ein Millionenpublikum vor allem in der Primetime und spricht traditionell eine eher jüngere Zielgruppe an, in der Schönheitsideale und Diversität viel diskutiert werden. Dass in den sozialen Netzwerken nun so leidenschaftlich über "zu viel Diversity" gestritten wird, zeigt vor allem, wie emotional viele Fans mit der Sendung verbunden sind.

Heidi Klum mit den GNTM-Kandidatinnen, 2026
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Kandidatinnen von GNTM 2026
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Jean Paul Gaultier und Heidi Klum bei "Germany's Next Topmodel" 2026
ProSieben/Daniel Graf, Willi Weber
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