Viele Tränen: Michelle Yeoh gerührt von Goldenen Ehrenbären
Glanzvoller Auftakt für die Berlinale in Berlin: Michelle Yeoh (63) nahm am Donnerstagabend im Berlinale Palast unter Tränen den Goldenen Ehrenbären entgegen. Die Schauspielerin erschien in einem funkelnden, goldenen Kleid und strahlte, als Regisseur Sean Baker sie auf die Bühne holte und ihr die prestigeträchtige Auszeichnung überreichte. Vor den versammelten Gästen, darunter zahlreiche internationale Stars, bedankte sich Michelle laut Deadline sichtlich gerührt – und sorgte mit einem spontanen Scherz an ihren Laudator für Gelächter im Saal. Zu Sean gewandt sagte sie: "Ich freue mich darauf, wieder mit dir zu arbeiten. Nur bitte keine Sexszenen." So startete die 76. Berlinale mit einer Mischung aus Emotionen, Glamour und Humor.
Sean würdigte Michelle mit großen Worten: Der Filmemacher sprach von einer "einmal-in-einer-Generation"-Präsenz, die Maßstäbe setze und den Begriff Hauptrolle erweitert habe. "Ein Symbol für künstlerische Freiheit, Stärke und Furchtlosigkeit", nannte er den Ehrenbären und dankte ihr "für Jahrzehnte unvergesslicher Leistungen". Michelle nahm die Trophäe mit leisen, aber bestimmten Worten entgegen: Sie empfinde "tiefe Dankbarkeit und ein stilles Staunen", ein Lebenswerk sei für sie weniger ein Schlussstrich als "eine Pause, um zu atmen und weiterzugehen". Die Berlinale-Chefin Tricia Tuttle eröffnete anschließend das zehntägige Festival, lobte den Zustand des Kinos als "wirklich in großartiger Form" und zeigte sich zuversichtlich wegen einer jungen Zuschauerschaft, die Klassiker neu entdeckt. Auf dem Programm stehen prominente Titel wie "At the Sea" von Kornél Mundruczó mit Amy Adams (51), "Rosebush Pruning" von Karim Aïnouz mit Callum Turner (35), Riley Keough (36), Jamie Bell (39) und Elle Fanning (27) sowie Markus Schleinzer mit "Rose" und Sandra Hüller (47).
Michelle sprach bereits vor einem Jahr in der "Graham Norton Show" offen über ihren schweren Weg in der Filmbranche. Nach einem Unfall am Set in Hongkong habe sie mit dem Gedanken gespielt, das Genre zu verlassen. "Ich war niedergeschlagen, fühlte mich hoffnungslos und überlegte, mit der Schauspielerei im Action-Genre aufzuhören", erzählte die Oscar-Preisträgerin damals. Erst der Zuspruch von Quentin Tarantino (62) habe sie zurück auf den Pfad gebracht: "Er war so begeistert und sagte, wenn du etwas liebst, musst du einen besseren Weg finden, es zu tun." Mit einem Augenzwinkern erinnerte sie sich an ein Gespräch mit dem Regisseur, in dem sie ihn fragte, warum sie nie in "Kill Bill" mitspielen durfte. Quentin grinste nur: "Niemand würde glauben, dass Uma Thurman dir in den Hintern treten könnte!"









