Früherer Premierminister fordert Verhör von Ex-Prinz Andrew
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Früherer Premierminister fordert Verhör von Ex-Prinz Andrew

- Louisa Riepe
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Andrew Mountbatten-Windsor (65) steht erneut im Mittelpunkt internationaler Kritik. Der Ex-Prinz, dessen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) seit Jahren für Schlagzeilen sorgen, sieht sich nach neuen Enthüllungen mit einer Vielzahl von Vorwürfen konfrontiert. Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown forderte die Polizei auf, Andrew zu den jüngsten Erkenntnissen zu befragen. Unter anderem geht es um mögliche Verstrickungen in Menschenhandel, die in neuen Dokumenten der US-Justiz aufgedeckt wurden.

Laut den nun veröffentlichten Akten soll Epstein Frauen gezielt über den britischen Flughafen Stansted in andere Länder gebracht haben. Diskutiert wird, ob Andrew von diesen Vorgängen wusste oder gar daran beteiligt war. Nun soll der in Ungnade gefallene Royal zu Epsteins Privatjet befragt werden. "Kurz gesagt, die britischen Behörden hatten wenig oder keine Ahnung, wer durch unser Land geschleust wurde und für wen, außer für Epstein. Mir wurde privat mitgeteilt, dass die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem früheren Prinzen Andrew nicht ausreichend wichtige Beweise zu den Flügen prüften. Ich habe die Polizei gebeten, dies im Rahmen der neuen Untersuchung näher anzusehen. Die Enthüllungen zu Stansted allein machen ein Verhör von Andrew erforderlich", erklärt Gordon in einem Statement im New Statesman.

Auch Sky Roberts, der Bruder von Virginia Giuffre (†41), die als mutmaßliches Opfer von Epstein und Andrew gilt, brachte kürzlich neuen Druck in die Debatte: Gemeinsam mit seiner Frau Amanda trat er im US-Kapitol vor die Presse und forderte, dass Andrew vor dem Kongress aussagen solle. "Virginia wollte Licht ins Dunkel bringen", sagte er laut Daily Mail und verwies darauf, wie wichtig die Aufarbeitung für seine verstorbene Schwester gewesen sei. Im Kapitol wurde zu diesem Zeitpunkt "Virginias Gesetz" vorgestellt – ein Vorhaben, das Opfern sexueller Gewalt unbegrenzt Zeit für Zivilklagen einräumen soll.

Andrew Mountbatten-Windsor besucht die Murdoch University in Perth am 2. Oktober 2019
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Andrew Mountbatten-Windsor besucht die Murdoch University in Perth am 2. Oktober 2019
Jeffrey Epstein im Jahr 2019
ActionPress / CapitalPictures
Jeffrey Epstein im Jahr 2019
Virginia Roberts Giuffre, August 2019
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Virginia Roberts Giuffre, August 2019
Sollte die britische Polizei Andrew nach den neuen US-Dokumenten jetzt zügig vernehmen?