Skandal um Wasserman: Stars kehren ihrer Agentur den Rücken
DJ und Produzent John Summit setzt ein klares Ultimatum: Wenn Casey Wasserman nicht zurücktritt, will er die von ihm geführte Agentur verlassen. Der Aufruhr entzündete sich an flirtenden E-Mails zwischen Casey und Ghislaine Maxwell (64), die das US-Justizministerium kürzlich veröffentlichte und die aus den Jahren 2002/2003 stammen. Die Debatte kocht seit Tagen in Los Angeles, wo Casey auch den Vorsitz des LA28-Olympiakomitees innehat. Während John seine Drohung auf X öffentlich machte, erklärten weitere Stars, dass sie nicht länger von der Agentur vertreten werden wollen. Chappell Roan (27), Orville Peck und Bands wie Hippo Campus und Wednesday leiten oder vollziehen den Exit – mit dem klaren Hinweis, dass Repräsentanz ihre Werte widerspiegeln müsse.
John präzisierte auf X, die Entscheidung sei im Team gereift: "Das ist eine gesamte Team-Entscheidung... habe null Pläne, meine nicht involvierten Agents zu verlassen", schrieb er sinngemäß und forderte dennoch Konsequenzen an der Spitze. Casey hatte zuvor erklärt, er sei "furchtbar traurig" über die Verbindung zu Ghislaine und "tief bereuend" über die Korrespondenz von vor über zwei Jahrzehnten. Zugleich betonte er, nie eine persönliche oder geschäftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein (†66) gehabt zu haben und verwies auf einen 2002 dokumentierten Clinton-Foundation-Trip im Epstein-Flugzeug. Während in der Politik Stimmen lauter werden, Casey sei als LA28-Chef eine "Ablenkung", wächst in der Pop- und Rockszene die Liste der Abgänge: Neben Chappell distanzierten sich unter anderem Weyes Blood, Chelsea Cutler, die Dropkick Murphys sowie Orville – häufig mit Worten des Respekts für die direkten Booking-Teams, aber klaren Grenzen gegenüber der Unternehmensführung.
Abseits der Schlagzeilen zeigt sich, wie persönlich diese Brüche sind. Viele Künstler loben ihre engsten Ansprechpartner bei der Agentur, betonen Loyalität und Dankbarkeit, aber trennen dennoch klar zwischen den Menschen, mit denen sie täglich arbeiten und dem Namen an der Tür. Chappell positioniert sich seit Längerem öffentlich für Verantwortungsbewusstsein in der Branche und dafür, dass Teams Sicherheit und Vertrauen bieten sollen. Orville setzt in Statements Mitgefühl für die Mitarbeitenden über Konfrontation, macht aber unmissverständlich deutlich, dass sein Weg anders weitergeht. Und John, der als DJ oft mit Crew und Freunden unterwegs ist, stellt sein Umfeld voran: Entscheidungen werden im Kreis getroffen, nicht im Affekt – aber wenn Werte auf dem Spiel stehen, folgt der nächste Schritt konsequent. Ghislaine sitzt derweil nach ihrer Verurteilung 2021 eine 20-jährige Haftstrafe ab. Casey bleibt vorerst bei seiner Reueformel – doch die Szene stimmt mit den Füßen ab.









