Fabian Hambüchen hasste seine erste Olympia-Medaille

Fabian Hambüchen hasste seine erste Olympia-Medaille

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Fabian Hambüchen (38) hat mit der Bild überraschend offen über seinen größten Tiefpunkt gesprochen – und der kam ausgerechnet mit einer Medaille. Der Olympiasieger erzählte, dass er seine erste Olympia-Plakette aus Peking 2008 "gehasst" habe. Damals galt der Reck-Spezialist als Topfavorit, wollte Gold – und bekam Bronze. "Für mich die größte Niederlage überhaupt", sagte Fabian. Die Medaille landete in der Ecke, Tränen gab es aber keine. Stattdessen folgte auf seine Wut ein Schwur an sich selbst: "Ich werde jetzt vier Jahre lang so hart arbeiten wie noch nie zuvor."

Doch für den Plan "Härter geht immer" zahlte Fabian einen hohen Preis. Kurz nach dem Neustart war Schluss mit Durchziehen: Ein Achillessehnenriss zwang ihn zur Pause. "Ich musste lernen, dass man nicht alles erzwingen kann", blickte er zurück. Auch London 2012 wurde zur Nervenprobe – wieder Druck, wieder falscher Fokus. "Ich war zu sehr bei den Medaillen und nicht bei dem, was ich selbst beeinflussen kann", erklärte der Reck-König. Erst Jahre später, in Rio, traf er die radikale Entscheidung, trotz kaputter Schulter alles zu riskieren. Dank Kortison wurde er schmerzfrei und musste im Finale am Reck als Erster antreten – mit Erfolg. Denn endlich durfte er sich über die langersehnte Goldmedaille freuen. "Wir sind da rumgehüpft wie die kleinen Kinder", erinnerte er an die Umarmung mit seinem Vater, der selbst Turner war und Fabians Karriere als Trainer begleitete.

Neben seinen sportlichen Erfolgen ist Fabian heute als gefragter Redner und TV-Experte aktiv. Privat hat er mit seiner Frau Viktoria, die ebenfalls Leistungssportlerin ist, das große Glück gefunden. 2022 gaben sich die beiden das Ja-Wort. Fabian schwärmte damals in den höchsten Tönen gegenüber Bunte: "Die Hochzeit bedeutet mir alles, weil ich die Frau gefunden habe, nach der ich mich immer gesehnt habe." Auch bei seinem Abenteuer auf dem Let's Dance-Parkett 2025 spielte Viktoria eine entscheidende Rolle. "Meine Frau war dann letztendlich der Grund für meine Teilnahme. Die hat gesagt: 'Pass auf, Junge, du machst das doch gar nicht so schlecht.'" Zwar reichte es 'nur' für Bronze hinter Taliso Engel (23) und Diego Pooth (22) – doch die beiden wichtigsten Goldmedaillen sind für Fabian ja eh die Trophäe aus Rio und seine Frau.

Fabian Hambüchen, deutscher Turn-Star
Fabian Hambüchen, deutscher Turn-Star
Fabian Hambüchen, Olympiasieger von 2016
Getty Images
Fabian Hambüchen, Olympiasieger von 2016
Viktoria und Fabian Hambüchen
Instagram / fabian.hambuechen
Viktoria und Fabian Hambüchen
Könnt ihr nachvollziehen, dass Fabian seine Bronze von 2008 "gehasst" hat?