Gruselig: Hier kann man Jeffrey Epsteins E-Mails durchsuchen
Die Softwareentwickler Luke Igel und Riley Walz aus Kalifornien haben gemeinsam mit Freunden ein ungewöhnliches digitales Portal geschaffen, das für Aufsehen im Internet sorgt. Auf der Website jmail.world können Nutzer die E-Mails des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) durchsuchen – und zwar in einer Oberfläche, die aussieht wie ein gewöhnliches Gmail-Postfach. Die Seite ermöglicht es, nach Absendern zu suchen, Stichwörter einzugeben oder in den Kontakten zu stöbern. Dort tauchen Namen wie Elon Musk (54) oder Ehud Barak auf, aber auch Valeria Chomski, die Frau des renommierten US-Sprachwissenschaftlers, mit dem Jeffrey Epstein Männerwitze austauschte und Ratschläge für eine Medienstrategie erhielt. Dabei griffen die Entwickler weder auf gehackte Daten noch auf private Accounts zurück.
Die beiden Entwickler nutzten ausschließlich bereits freigegebene Dokumente aus offiziellen Ermittlungsakten, die vom US-Justizministerium und Gerichten veröffentlicht wurden. Diese Akten enthielten ein riesiges Konvolut an PDF-Dateien, das jedoch kaum durchschaubar war. "Die veröffentlichten Unterlagen waren einfach so schwer zu lesen", erklärte Luke gegenüber dem Magazin Wired. Deshalb bauten die beiden ein ganzes digitales Archiv, das die Millionen PDF-Akten übersichtlich aufbereitet. So lässt sich beispielsweise leicht erkennen, dass Epstein bis zu seinem Tod 2019 die meisten Mails mit seinem Bruder Mark austauschte. Neben den E-Mails bereiteten die Entwickler auch Epsteins Flugbuchungen für Freunde und Bekannte sowie seine Spotify-Liste auf. "Es kostete uns nur ein paar Stunden", so Luke. Allerdings bleiben Schwärzungen aus den offiziellen Quellen auch im fiktiven Postfach erhalten.
Immer mehr prominente Namen werden im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein genannt. Vor allem auch durch regen E-Mail-Verkehr stand zuletzt Kronprinzessin Mette-Marit (52) in den Schlagzeilen. Auf Vorwürfe eines Epstein-Opfers hin entschuldigte sich Mette in einer Stellungnahme gegenüber dem Sender NRK. Im Hinblick auf den eigenen Umgang mit Epstein räumte sie Fehler ein: "Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass ich Epsteins Hintergrund nicht gründlicher geprüft und nicht schnell genug erkannt habe, was für ein Mensch er war. Das bedauere ich zutiefst." Eine E-Mail vom 23. Oktober 2011, in der die Kronprinzessin Epstein direkt schrieb, deutet aber auf Recherche ihrerseits hin: "Ich habe dich nach der letzten E-Mail gegoogelt. Stimme zu, es sieht nicht besonders gut aus :)". Die Veröffentlichung zahlreicher E-Mails zwischen ihr und dem Sexualstraftäter in den sogenannten Epstein-Akten hatte in Norwegen Empörung ausgelöst.






