Viertes Opfer von Marius Borg Høiby teilt qualvolle Szenen

Viertes Opfer von Marius Borg Høiby teilt qualvolle Szenen

- Sandra Janke
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Am zehnten Prozesstag muss sich der angeklagte Marius Borg Høiby (29) vor Gericht in Oslo erstmals den Vorwürfen rund um die vierte mutmaßliche Vergewaltigung stellen, die am 2. November 2024 in einem Hotelzimmer am Bahnhof von Oslo stattgefunden haben soll. Die betroffene Frau schilderte dabei eine quälende Hotelszene: Sie sei eingeschlafen, weil sie "sehr müde" gewesen sei, und wurde dann plötzlich "irgendwann von etwas geweckt, das sich wie ein Schlag von unten anfühlte", berichtete sie laut der Zeitung VG dem Staatsanwalt Sturla Henriksbø. Es sei ein Schlag in ihrem Intimbereich gewesen. "Ich habe vor Schmerzen gezuckt", zitiert Bild die Frau. Sie präzisierte weiter: "Ich nehme an, dass es entweder mehrere Finger waren oder dass er versucht hat, seine ganze Hand hineinzustecken. Es fühlte sich an, als wäre etwas Hartes ziemlich schnell hineingekommen." Gewehrt habe sie sich nicht, stattdessen sei sie "einfach erstarrt und danach wieder eingeschlafen".

Die Frau war wegen eines Konzerts in Oslo und lernte Marius auf einer Afterparty kennen. Im Hotel habe es zunächst einvernehmlichen Sex gegeben, dann sei sie, wie sie sagt, eingeschlafen. Die Frau berichtete, dass sie "mehrmals davon geweckt" worden sei, dass Marius "seine Finger in mir hatte". Das habe "sehr, sehr lange" gedauert und sie habe es "sehr unangenehm" gefunden. Als Marius gegen 12 Uhr mittags das Hotel verlassen wollte, habe sie nicht mit ihm reden wollen. "Ich lag da und wartete, bis er die Tür hinter sich geschlossen hatte. Danach geriet ich etwas in Panik", schilderte sie laut Aftenposten. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob sie in dieser Nacht Angst hatte, antwortete sie mit einem entschiedenen "Ja". Marius soll ohne Zustimmung der Frau 27 Videos und vier Fotos von ihr aufgenommen haben, wobei sie auf einigen Videos wach und aktiv zu sehen ist, auf anderen still dazuliegen und zu schlafen scheint. Das erste Video entstand den Handydaten zufolge um 5:17 Uhr nachts, das letzte um 11:30 Uhr am nächsten Vormittag.

Die Frau gab vor Gericht weiter an: "Er hatte sich die Haare braun gefärbt, aber ich erkannte ihn trotzdem sofort." Zunächst sei die Stimmung gut und flirty gewesen, doch im Hotel habe sich das geändert. "Als wir dort ankamen, wirkte er sehr gestresst und kalt. Es schien, als wäre er nur auf eine Sache aus. Er interessierte sich nur für meinen Körper", berichtete sie laut VG. Die Frau gab an, sie habe die Erlebnisse lange verdrängt und erst Monate später aus Sorge, ohne ihr Wissen gefilmt worden zu sein, selbst Kontakt zur Polizei aufgenommen. Dem 29-jährigen Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) werden insgesamt vier Vergewaltigungen zur Last gelegt. In allen vier Fällen plädiert Marius auf nicht schuldig.

Marius Borg Høiby bei der Gartenparty zum 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim 2016
Imago
Marius Borg Høiby bei der Gartenparty zum 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim 2016
Gerichtszeichnung von Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag in Oslo, gezeichnet von Ane Hem
Getty Images
Gerichtszeichnung von Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag in Oslo, gezeichnet von Ane Hem
Marius Borg Høiby, 2022
Getty Images
Marius Borg Høiby, 2022