Dieter Bohlen blickt auf seine Karriereanfänge zurück

Dieter Bohlen blickt auf seine Karriereanfänge zurück

- Janine Karrasch
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Vor dem Start der neuen DSDS-Staffel im April hat Dieter Bohlen (72) im Interview mit Bild über seine Anfänge als Musiker gesprochen. Bereits im zweiten Schuljahr auf dem Gymnasium kaufte er sich seine erste Gitarre – und weil er keine Noten lesen konnte, begann er schlicht, eigene Stücke zu erfinden. Mit nur elf Jahren stand der Entertainer erstmals bei einem Nachwuchswettbewerb in einer Kneipe in Oldenburg auf der Bühne – fernab von Glamour und Fernsehkameras. "Mein erster Song: Fieber und Fallen, doch keiner ändert was, es nützt kein Krawall, es muss etwas geschehen", erinnert sich Dieter an seinen damaligen Auftritt. Das Publikum konnte mit seinem Protestsong im Bob-Dylan-Stil jedoch wenig anfangen. "Die Leute haben gesagt: Was will der da? Gewonnen hat einer mit 'Hello, Mary Lou'. Ich dachte damals nur: 'Oh, was für eine Scheiße'", verrät der Musiker im Gespräch.

Die frühen Jahre waren alles andere als ein geradliniger Aufstieg. Bevor Dieter mit Modern Talking Mitte der 1980er-Jahre international durchstartete und auch für andere Künstler Musik schrieb und produzierte, musste er mehrere erfolglose Singles verkraften. "Mich wollte damals niemand hören", sagt er der BILD. Doch genau diese Phase prägte seinen späteren Umgang mit Talenten: Dieter kennt das Gefühl der Ablehnung aus eigener Erfahrung – und zieht daraus keine Romantik, sondern Pragmatismus. Wer nach einem Misserfolg nicht weitermacht, wird es nach seiner Überzeugung ohnehin nicht schaffen. Heute sitzt er seit 22 Jahren bei DSDS und spiegelt Kandidaten genau jene Realität, die er selbst durchlebt hat. Die Aufgabe, die auf ihn und seine Mitjuroren Isabel Glück und Bushido (47) wartet, beschreibt er klar: "Unsere Aufgabe im Moment kann es wirklich nur sein, so ein Beschleuniger, ein Katalysator für eine weitere Karriere zu sein. Nicht mehr. Nicht weniger. Wir bieten ihnen ein Trittbrett, um ihr Können oder Nicht-Können zu zeigen." Vielleicht, so Dieter, sei der Begriff 'Superstar' auch mittlerweile überholt.

Mit deutlichen Worten warnt Dieter die Kandidaten vor falschen Hoffnungen. "Die Leute, die denken, sie haben gewonnen und können jetzt ihr Leben lang von diesem einen Sieg bei leben – das ist eine Illusion", stellt er klar. Ein Sieg bei der Show sei keine Garantie für eine erfolgreiche Karriere. "Es bringt doch nix, jemandem vorzumachen, dass er was kann, wenn er einfach nix kann. So funktioniert das nicht mehr in der harten Musikbranche", erklärt er seine direkte Art. Als zusätzliche Herausforderung sieht Dieter die zunehmende Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz: "In Amerika sind die ersten KI-Nummern schon auf Platz 1 der Charts. Es stimmt überhaupt nicht, dass diese KI-Nummern gefühllos sind. Die singen besser als jeder Kandidat."

Dieter Bohlen, Musiker
Getty Images
Dieter Bohlen, Musiker
Die DSDS-Jury Dieter Bohlen, Isi Glück und Bushido
RTL / Stefan Gregorowius
Die DSDS-Jury Dieter Bohlen, Isi Glück und Bushido
Dieter Bohlen, 2025
Imago
Dieter Bohlen, 2025
Wie klingt Dieters erster Auftritt für euch – Protestsong mit elf in der Kneipe?