Aufseherin googelte Jeffrey Epstein kurz vor seinem Tod
Neue Enthüllungen rund um Jeffrey Epstein (†66) werfen erneut Fragen zu den letzten Stunden des einstigen Unternehmers auf. Weniger als eine Stunde bevor er im August 2019 tot in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in New York aufgefunden wurde, soll eine Aufseherin gezielt nach Neuigkeiten über ihn im Netz gesucht haben. Laut nun bekannt gewordenen Unterlagen des US-Justizministeriums tippte die damalige Gefängnisbeamtin Tova Noel am frühen Morgen Begriffe wie "latest on Epstein in jail" ("Neueste Informationen zu Epstein im Gefängnis") in die Suchmaschine ein und klickte auf einen Bericht über Dokumente zu Epstein und Ghislaine Maxwell (64).
Die Aufzeichnungen zeigen außerdem, dass sich die Beamtin in dieser Schicht nicht nur für Epstein interessierte: Kurz nach ihrer Suche zu ihm informierte sie sich auch online über Omar Amanat, einen wegen Betrugs verurteilten Mithäftling, der zur gleichen Zeit im selben Gefängnis saß. Darüber hinaus soll Noel an diesem Morgen nach ganz alltäglichen Themen wie Vergünstigungen für Polizeikräfte bei einem Mobilfunkanbieter gesucht haben. Zusammen mit ihrem Kollegen Michael Thomas verlor sie nach Epsteins Tod ihren Job. Beide wurden laut TMZ beschuldigt, vorgeschriebene Kontrollgänge in der Nacht nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Gegen die zwei wurden strafrechtliche Vorwürfe erhoben, diese Anklagen ließ die Staatsanwaltschaft später jedoch wieder fallen. Noel bestreitet laut den Justizunterlagen, in irgendeiner Form in Epsteins Tod verstrickt zu sein, und erklärte gegenüber dem Ministerium, sie könne sich an die Google-Suchen nicht erinnern.
Epsteins Tod in der New Yorker Haftanstalt beschäftigt die Öffentlichkeit bis heute. Immer wieder äußern sich bekannte Persönlichkeiten zu den Ereignissen im Sommer 2019. Zuletzt reagierte etwa Ex-US-Präsident Bill Clinton (79) in einer Befragung vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses auffallend vorsichtig auf die Frage, ob Epstein suizidal gewesen sei: "Ich weiß nicht, was passiert ist." Der Pathologe Dr. Michael Baden sieht keine Anzeichen für einen Suizid und sagte dem Telegraph: "Die Autopsieergebnisse stimmen viel eher mit einer Quetschverletzung überein, die durch eine tödliche Strangulation verursacht wurde, als mit einer durch Selbstmord durch Erhängen verursachten Verletzung." Seit dem Fund der Leiche wird in den USA regelmäßig darüber diskutiert, wie es in dem Hochsicherheitsgefängnis überhaupt zu den offensichtlichen Versäumnissen beim Wachdienst kommen konnte und welche Rolle einzelne Beamte in jener Nacht tatsächlich spielten.






