Schauspielerin Muriel Baumeister packt über Alkoholsucht aus
Schauspielerin Muriel Baumeister (54) hat in einem schonungslosen Gespräch über ihre jahrelange Alkoholsucht gesprochen. Die dreifache Mutter gestand im Talkformat "Wendepunkte" vom Potsdamer Selbsthilfeverein SEKIZ e.V., dass Alkohol ein fester Bestandteil ihres Lebens war. "Ich habe mein Leben lang getrunken", erklärte sie offen. Schon in jungen Jahren gehörte Alkohol für die 54-Jährige zum Alltag, wie sie berichtete: "Es gab hier mal einen Champagner morgens zum Frühstück, wenn man irgendwo war." Gegenüber Bunte gab sie außerdem zu, dass sie an einem Abend zehn Gin Tonic ohne nennenswerte Auswirkungen trinken konnte. Die Schauspielerin litt unter einer permanenten Magenschleimhautentzündung und übergab sich jeden Morgen, bevor sie direkt danach wieder Alkohol, meist Weißwein, trank.
Der Wendepunkt kam für Muriel erst nach mehreren gescheiterten Versuchen. Im Oktober 2016 machte eine Alkoholfahrt mit 1,4 Promille bundesweit Schlagzeilen – ihre Tochter saß mit im Auto. Obwohl niemand verletzt wurde, war dieser Vorfall erschreckend für sie: "Ich habe mich normal gefühlt und das war eigentlich das Schlimme", erinnerte sie sich. Es folgten zwei gescheiterte Entzugsversuche in verschiedenen Kliniken, bei denen sie noch versuchte, kontrolliert zu trinken. Erst beim dritten Anlauf im Oktober 2017 ließ sie sich in die geschlossene Psychiatrie der Berliner Charité einweisen. "Das war so schrecklich, da wollte ich nie wieder hin", sagte sie über den Aufenthalt, der sie schließlich zur Nüchternheit führte. Angestoßen wurde ihre Entscheidung, sich Hilfe zu suchen, von ihrer besten Freundin, einer Ärztin, die ihr klarmachte: "Ich gucke mir das nicht mehr an!"
Heute ist Muriel seit fast zehn Jahren trocken, doch die Gefahr sei nie ganz verschwunden. "Es gibt jeden Tag einen Moment, wo es kippen könnte", gestand sie. In ihrem Haus gibt es keinen Alkohol mehr, nicht einmal zum Kochen. Im ersten Jahr ihrer Nüchternheit bat sie ihre Freunde sogar, in ihrer Anwesenheit keinen Alkohol zu trinken. Die Schauspielerin empfindet besonders die Doppelmoral in der Branche als bitter: Während Männer ihre Abstürze karrieretechnisch überstehen könnten, sei ihr öffentlicher Fall als Frau ein massiver Knick gewesen. Die Geburt ihrer dritten Tochter 2014 hatte die Situation damals noch verschärft, wie sie berichtete: "Die pränatale Depression hat die Sache sehr verstärkt." Trotz aller Rückschläge blickt sie heute mit Klarheit auf diese Zeit: "Man denkt, das Leben ist vorbei. Aber es kommt etwas anderes stattdessen."







