Richter krank: 27. Prozesstag von Marius Borg Høiby entfällt
Marius Borg Høiby (29) muss heute nicht vor Gericht erscheinen. Der 27. Prozesstag gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) entfällt kurzfristig, weil der vorsitzende Richter Jon Sverdrup Efjestad krankheitsbedingt ausfällt. Das Gericht in Oslo bestätigte die Absage. Eigentlich sollte am heutigen Dienstag ein entscheidender Schritt im Verfahren erfolgen: Staatsanwalt Sturla Henriksbø wollte darlegen, welches Strafmaß die Anklage für Marius fordert. Dazu kommt es nun vorerst nicht. Nach Angaben des Gerichts soll der Prozess voraussichtlich am Mittwoch fortgesetzt werden, mit dem Ziel, die Hauptverhandlung wie geplant noch in dieser Woche abzuschließen.
Am Montag hatte Staatsanwalt Sturla vor Gericht ein hartes Bild des Angeklagten gezeichnet. "Wir haben hier einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will. Und der nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt", sagte er laut Bild. Die Staatsanwaltschaft stützt sich auf Videos, Textnachrichten, Zeugenaussagen, Experten und technische Daten von Mobiltelefonen. Marius drohen bis zu 16 Jahre Haft. Die Beweisaufnahme ist bereits abgeschlossen, nun folgen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.
Der Prozess gegen Marius läuft seit Anfang Februar in Oslo. Die Anklage umfasst insgesamt 38 Punkte, im Zentrum stehen dabei unter anderem vier Vergewaltigungsvorwürfe. Zudem geht es um weitere Delikte wie Körperverletzung und Drogenvergehen. Kurz vor dem Abschluss des Verfahrens ließ die Staatsanwaltschaft allerdings einen der Anklagepunkte fallen. Dabei geht es um einen nächtlichen Anruf Anfang September 2024, bei dem Marius trotz Kontaktverbots seine Ex-Freundin von einer unterdrückten Nummer aus angerufen haben soll. Staatsanwalt Andreas Kruszewski kündigte an, für genau diesen Vorwurf einen Freispruch zu beantragen.








