Anwalt: Michael Jackson verstand Missbrauchsvorwürfe nicht
Michael Jackson (†50) soll die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen sich zu Lebzeiten kaum begreifen können – das behauptet nun sein früherer Star-Anwalt Mark Geragos (68). In der US-Talkshow "The Megyn Kelly Show" schildert der Jurist, der den King of Pop während der großen Ermittlungen Anfang der 2000er-Jahre verteidigte, wie überfordert der Sänger mit der Untersuchung der Jugendbehörde gewesen sei. "Ich glaube nicht, dass er jemals auf diese Ermittlungen vorbereitet war", erklärt Mark dort. Der Musiker habe sich schlicht nicht vorstellen können, etwas Unangebrachtes gegenüber Kindern zu tun. Laut dem Staranwalt liegt ein Grund dafür in Michaels belastender Kindheit mit seinem Vater Joe Jackson (†89).
Im Gespräch mit Moderatorin Megyn Kelly (55) beschreibt Mark seinen ehemaligen Mandanten als extrem behütete, fast kindliche Persönlichkeit, deren Weltbild von frühen seelischen Verletzungen geprägt gewesen sei. Michael habe seine Freundschaften zu Kindern demnach als reine Zuneigung verstanden, die auf "bedingungsloser Liebe" beruhte. Der Anwalt erzählt, der Prozess habe den Sänger körperlich und seelisch ausgezehrt: Zu Beginn sei er äußerst fragil gewesen, am Ende des Verfahrens habe ihn die Belastung endgültig aufgezehrt. Gleichzeitig kritisiert Mark die Doku "Leaving Neverland" scharf. Die Macher hätten, so seine Sicht, altes Material mit ihm manipulativ zusammengeschnitten, um den Eindruck zu erwecken, er würde die damaligen Ankläger grundlos attackieren.
Dass Mark überhaupt über Michael spricht, ist nicht ohne Brisanz: Der Anwalt vertritt seit Ende 2025 die Geschwister Cascio – Eddie, Aldo, Dominic und Marie-Nicole –, die in einer Klage aus dem Jahr 2026 behaupten, ab den 1980er-Jahren über 25 Jahre hinweg von Michael missbraucht worden zu sein. Die Cascio-Familie galt einst als Michaels "zweite Familie". Dabei hatte Mark in seinem Buch "Mistrial" noch geschrieben, Michael sei "100 Prozent unschuldig". Dieser Seitenwechsel sorgte in Michaels Fangemeinschaft für heftige Kritik. Zuvor hatte der Anwalt noch im Prozess von 2005 die Familie des damaligen Klägers einer "Abzocke" bezichtigt und auf eine angebliche Vorgeschichte der Mutter mit betrügerischen Schadensersatzklagen hingewiesen.






