Marius Borg Høiby scheitert erneut mit Fußfessel-Antrag

Marius Borg Høiby scheitert erneut mit Fußfessel-Antrag

- Anna Pejsek
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Der Wunsch von der Fußfessel ist für Marius Borg Høiby (29) endgültig vorbei. Das norwegische Berufungsgericht Borgarting hat den Antrag des Sohns von Kronprinzessin Mette-Marit (52) am Mittwochmorgen abgelehnt, die Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Anwesen Skaugum abzusitzen. Das berichtet das norwegische Newsmagazin VG. Damit bestätigte das Gericht eine Entscheidung, die zuvor bereits das Osloer Bezirksgericht in weniger als 15 Minuten getroffen hatte. Als Begründung nannten die Richter ein hohes Rückfallrisiko. Marius hatte sich rund eine Stunde lang für seine Freilassung aus dem Osloer Gefängnis eingesetzt – vergeblich.

Nach der ersten Ablehnung durch das Bezirksgericht am 6. Mai hatte Marius' Anwalt sofort Berufung eingelegt und die Sache vor das Berufungsgericht gebracht. Nun hat auch diese Instanz seinen Antrag zurückgewiesen. In einem Debattenbeitrag beim Portal Nettavisen reagierte Marius auf die Entscheidung mit scharfer Kritik am norwegischen Rechtssystem. Er bezeichnete die Ablehnung als "absurd" und "unangemessen" und erklärte: "In der Osloer Gefängniszelle sitze ich isoliert und fast vollständig ohne sozialen Kontakt zu anderen Menschen. Das liegt daran, dass die Staatsanwaltschaft und der Richter heute Angst haben, dass meine Ex eine SMS oder einen Anruf von mir erhält." Zudem beschwerte er sich darüber, dass seine Familie in dem Verfahren erwähnt wurde: "Sowohl während der Hauptverhandlung in meinem Fall als auch während der heutigen Verhandlung hatte ich den Wunsch, meine Familie außen vor zu lassen."

Marius sitzt seit dem 2. Februar in Untersuchungshaft – dem Tag vor Beginn des sieben Wochen langen Prozesses gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten für 39 der 40 Anklagepunkte. Darunter befinden sich vier Vergewaltigungsvorwürfe, Misshandlung in engen Beziehungen, Gewalt sowie die Anfertigung sexuell entwürdigender Aufnahmen. Marius hatte gehofft, die verbleibende Zeit bis zur Urteilsverkündung auf dem Anwesen Skaugum in der Nähe seiner Mutter verbringen zu dürfen. Seine Verteidiger plädieren auf Freispruch bei den schwersten Anklagepunkten und fordern eine Haftstrafe von 18 Monaten lediglich für jene Punkte, bei denen er seine Schuld eingestanden hat. Das Urteil wird am 15. Juni erwartet.

Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Getty Images
Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Marius Borg Høiby mit seinen Verteidigern Ellen Holager Andenaes und Petar Sekulic während des Prozesses in Oslo
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Marius Borg Høiby mit seinen Verteidigern Ellen Holager Andenaes und Petar Sekulic während des Prozesses in Oslo
Marius Borg Høiby  bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
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Marius Borg Høiby bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
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