Für Ryan Gosling muss Hollywood das Kino selbst retten

Für Ryan Gosling muss Hollywood das Kino selbst retten

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Zur Premiere seines neuen Films "Project Hail Mary" tauchte Ryan Gosling (45) überraschend in einem New Yorker Kino auf und richtete sich direkt ans Publikum. Der Schauspieler sprach davon, wie er vor sechs Jahren das Manuskript des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Andy Weir in die Hände bekam und sofort wusste, dass er dieses Projekt trotz aller Schwierigkeiten realisieren wollte. Doch es war ein einziger Satz am Ende seiner Ansprache, der seither durch die sozialen Medien geistert: "Es ist nicht euer Job, die Kinos offen zu halten, es ist unser Job, Dinge zu machen, die es euch wert sind, rauszukommen." Mit dieser Aussage positionierte Ryan sich klar gegen eine Haltung, die in der Branche immer wieder durchklingt – nämlich dass das Publikum eine Art moralische Verpflichtung trage, das Kino durch seine bloße Anwesenheit am Leben zu erhalten.

Die Kinobranche steckt seit Jahren in einer strukturellen Krise, die durch die Pandemie erheblich verschärft wurde. Gleichzeitig läuft die Debatte darüber, ob Streaming-Dienste das klassische Kinoerlebnis langfristig verdrängen werden. Ryans Kommentar fiel also in einen bereits aufgeheizten Diskurs, der kurz zuvor auch durch Timothée Chalamet (30) befeuert worden war. Timothée hatte bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Matthew McConaughey (56) geäußert, er wolle nicht in einer Branche arbeiten, die ähnlich wie Ballett oder Oper darum kämpfen muss, überhaupt noch relevant zu sein – eine Aussage, die ihm viel Kritik einbrachte. Ryans Aussage löste in den sozialen Medien große Zustimmung aus. Autor Brad R. Torgersen bezeichnete Ryans Worte als "das wohl Weiseste, was in den letzten zehn Jahren aus dem Mund eines Schauspielers gekommen ist". Viele Nutzer lobten die erfrischende Ehrlichkeit des Schauspielers. Auf Reddit wurde angemerkt, dass Studios mehr durchdachte und gut gemachte Originalfilme priorisieren sollten, anstatt ständig Remakes und Fortsetzungen zu produzieren.

Dass "Project Hail Mary" an seinem Eröffnungswochenende weltweit 140,9 Millionen Dollar (rund 122 Millionen Euro) einspielte und damit das stärkste Kinodebüt des Jahres 2026 verzeichnete, gibt Ryans Argument inhaltlich Rückhalt. Der Film beweist, dass Zuschauer bereit sind, ins Kino zu gehen – wenn das Angebot stimmt. Ryan spielt darin den Lehrer und Ex-Biologen Ryland Grace, der ohne Erinnerung an Bord eines Raumschiffs erwacht. Gegenüber Moviefone betonte er: "Das Starke an der Geschichte ist, dass man einen Typen hat, der von Natur aus kein Held ist."

Ryan Gosling, Schauspieler
Getty Images
Ryan Gosling, Schauspieler
Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Weltpremiere von "Project Hail Mary" (Der Astronaut) in London
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Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Weltpremiere von "Project Hail Mary" (Der Astronaut) in London
Ryan Gosling, Schauspieler
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Ryan Gosling, Schauspieler
Ist "Project Hail Mary" für euch der Beweis, dass starke Geschichten das Kino zurückbringen können?