Christopher Lee war wütend über sein "Herr der Ringe"-Ende
Christopher Lee (†93) war alles andere als glücklich über eine Entscheidung von Regisseur Peter Jackson (64) bei Der Herr der Ringe. Der Schauspieler, der in der Trilogie den Zauberer Saruman verkörperte, musste erfahren, dass seine finale Abschiedsszene aus der Kinofassung von "Die Rückkehr des Königs" gestrichen wurde. "Sie haben uns die Filme gezeigt, und als ich den dritten sah, traute ich meinen Augen nicht. Denn ich war nicht dabei", erzählte Christopher vor Jahren im Rahmen eines Gesprächs am University College Dublin, wie die Seite AlloCiné berichtet. Im DVD-Bonusmaterial der Saga äußerte er sich noch deutlicher zu seiner Reaktion: "Ich war sehr enttäuscht. Ich war schockiert, enttäuscht und verletzt. Und ich kann nicht verstehen, warum sie getan haben, was sie getan haben."
Für Christopher war die Entscheidung nicht nur persönlich kränkend, sondern auch ein künstlerischer Affront. Der Schauspieler war ein großer Fan der Romanvorlagen von J. R. R. Tolkien und hatte den Autor sogar in seiner Jugend persönlich getroffen. Deshalb lag ihm die Werktreue besonders am Herzen. In den Büchern stirbt Saruman nicht auf dem Turm Orthanc, sondern erst später im Auenland, wo er gemeinsam mit Gríma Schlangenzunge versucht, die friedliche Region zu versklaven, bevor ihm sein Komplize einen Messerstich in den Rücken versetzt. Dieses Ende wurde zwar auch gedreht, schaffte es jedoch nicht in den Film. Als Zeichen seines Protests gegen die Streichung boykottierte Christopher die Premiere von "Die Rückkehr des Königs".
Peter Jackson erklärte gegenüber der Website Ain't It Cool News später seine Beweggründe für die umstrittene Entscheidung. Die Szene sei ursprünglich für "Die zwei Türme" gedreht worden, hätte aber nach der Schlacht um Helms Klamm den Film mit einem mehr als siebenminütigen Schluss überfrachtet. Man habe sie daher für den Anfang von "Die Rückkehr des Königs" aufheben wollen. Bei der Sichtung des Materials stellte der Regisseur jedoch fest, dass die Konfrontation mit Saruman den Film eher zurückwerfen würde. "Unsere Entscheidung beruht auf der Tatsache, dass Saruman für die meisten Menschen bereits während der Ereignisse in Helms Klamm besiegt worden war", begründete der neuseeländische Filmemacher. So habe man die erzählerische Spannung aufbauen können, in der Sauron der eigentliche Bösewicht sei.








