Peter Jackson teasert neue "Der Herr der Ringe"-Filme an

Peter Jackson teasert neue "Der Herr der Ringe"-Filme an

- Jannike Wacker
Lesezeit: 2 min

Peter Jackson (64) ist mit Mittelerde noch nicht fertig. Sechs Filme aus der Welt von Schriftsteller J. R. R. Tolkien brachte der Regisseur bereits ins Kino. Er verfilmte alle drei Der Herr der Ringe-Teile und machte auch aus "Der Hobbit" eine Trilogie. Aktuell produzieren er und Andy Serkis mit "Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum" den nächsten Ableger. In einem Interview mit Deadline am Rande der Filmfestspiele in Cannes erzählt Peter jetzt, dass er gerne noch mehr Mittelerde-Filme machen würde und sogar schon mit den Tolkien-Erben im Gespräch ist: "[Warner Bros] und ich haben mit den jüngeren Tolkien-Mitgliedern gesprochen, die Teil des Vorstands sind, was die Möglichkeiten einer Lizenzierung einiger weiterer Bücher angeht. Es wäre nett, von den Anhängen wegzukommen, um sich an etwas mit mehr Substanz machen zu können."

Hintergrund dessen ist, dass es bisher extrem schwierig war, weitere Tolkien-Werke zu verfilmen. Lediglich für "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" gab es vollständige Filmrechte. Filmemacher durften nur nutzen, was in den Anhängen der Bücher erwähnt wird. Hinzu kommt, dass Tolkiens Sohn Christopher Tolkien bis zu seinem Tod 2020 Verwalter des Werks seines berühmten Vaters war. Dieser war allgemein kein großer Unterstützer der Verfilmungen. Laut Peter sind die derzeitigen Verwalter viel offener für filmische Projekte, was die Verhandlungen leichter macht. Was genau der gebürtige Neuseeländer vorhat, verrät er noch nicht. Bekannt ist nur, dass nach dem Gollum-Film noch "The Lord of the Rings: Shadow of the Past" kommen wird. Darin geht es um eine Geschichte aus "Die Gefährten", die bisher keinen Platz in der Fantasy-Trilogie fand.

Die Probleme mit den komplizierten "Herr der Ringe"-Lizenzen zeigten sich auch bei der Prime Video-Serie "Die Ringe der Macht". Amazon erwarb 2017 zwar die Filmrechte an Tolkiens Werk, darf aber genau wie Peter nur die Anhänge nutzen. Der Streaming-Riese hat weder Rechte an "Das Silmarillion" noch an den "Unvollendeten Geschichten". Die Macher der Serie waren also gezwungen, das zu nehmen, was sie nutzen durften, und die Lücken selbst auszuschmücken. Allerdings sollen sie sich in Einzelfällen die Erlaubnis der Nachlassverwalter eingeholt haben. Dadurch weicht die Erzählung aber teils stark von der Vorlage ab. Die Konsequenz war eine extrem gespaltene Fan-Gemeinde: Während viele auf die Serie hätten verzichten können, erfreuen sich andere daran, erneut in die Schönheit Mittelerdes eintauchen zu können.

Regisseur Sir Peter Jackson im März 2024 in London
Getty Images
Regisseur Sir Peter Jackson im März 2024 in London
J. R. R. Tolkien, britischer Schriftsteller
Imago
J. R. R. Tolkien, britischer Schriftsteller
Orlando Bloom, John Rhys-Davies und Viggo Mortensen in "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme"
Orlando Bloom, John Rhys-Davies und Viggo Mortensen in "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme"
Was meint ihr: Sollten Filmemacher wie Peter vollständige Rechte an Tolkiens Werk bekommen?