Herbert Grönemeyer über das schwerste Jahr seines Lebens

Herbert Grönemeyer über das schwerste Jahr seines Lebens

- Carina Bukenberger
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Herbert Grönemeyer (70) öffnet sein Herz und lässt ungewohnt tief in emotionale Abgründe blicken. Zum 70. Geburtstag des Kultsängers am 12. April veröffentlicht die ARD die neue Doku "Grönemeyer – Alles bleibt anders". Darin blickt der gebürtige Göttinger gemeinsam mit prominenten Wegbegleitern wie Toni Kroos (36) und Anke Engelke (60) auf seine einzigartige Karriere, sein bewegtes Leben, aber auch auf seine Schicksalsschläge zurück. Besonders bewegend wird es, als der Musiker vor der Kamera über die mit Abstand dunkelste Zeit seines Lebens spricht – den November 1998. Damals verlor Herbert innerhalb von nur vier Tagen sowohl seine Frau Anna Henkel (34) als auch seinen Bruder Wilhelm an den Krebs.

In der Doku ringt Herbert sichtlich um Worte, bevor er die damalige Zeit als "unfassbare Zäsur" und "Riss" beschreibt. "Es ist wie ein Beben, es ist Stille. Große Stille", sagt er. Seine langjährige Managerin Claudia Kaloff nennt den Verlust seine "persönliche Apokalypse" und "die fundamentalste Erschütterung, die man erleben kann im Leben. Es war halt eine brutale Zeit." Was ihm damals Halt gab, beschreibt der Musiker selbst so: "Hilfreich ist bei der ganzen Tragik – du kannst dir ja keine Stille leisten, weil nebenher diese zwei wunderbaren Kinder waren, wo man sagte: Was machen wir jetzt? Weil die sind auch noch da." Vier Jahre nach dem Tod seiner Frau kehrte Herbert mit dem Album "Mensch" zurück, das sich über 3,6 Millionen Mal verkaufte und den Song "Der Weg" enthält, den er Anna widmete. "Bei 'Mensch' geht es ums Trauern, es geht aber auch um den Aufbruch", erklärt er in der Doku.

Abseits der großen Bühnen zeigt die Doku auch den privaten Herbert, der nach den schweren Verlusten einen neuen Lebensentwurf gefunden hat. Mit seiner verstorbenen Frau Anna, die er Ende der 70er-Jahre am Filmset kennenlernte und 1993 heiratete, hat er zwei Kinder. Später fand der Sänger erneut familiäres Glück an der Seite der Waliserin Josefine Cox, mit der er noch einmal Vater wurde und heute als Patchworkfamilie lebt. Immer wieder betont Herbert in Interviews, wie sehr ihn seine Kinder erden und wie wichtig ihm der Dialog mit den Menschen ist – auf der Bühne ebenso wie im Alltag. Die neue Doku zeigt einen Künstler, der seine Wunden nicht versteckt und gerade dadurch vielen Fans das Gefühl gibt, ihn nicht nur als Star, sondern als nahbaren Menschen zu erleben.

Herbert Grönemeyer in Berlin, Dezember 2025
Imago
Herbert Grönemeyer in Berlin, Dezember 2025
Herbert Grönemeyer, Sänger
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Herbert Grönemeyer, Sänger
Herbert Grönemeyer im Februar 2019
Herbert Grönemeyer im Februar 2019
Kanntet ihr die tragische Geschichte hinter Herberts Album "Mensch"?