"Lass Dich nicht f*cken": Bosse schlägt ungewohnte Töne an
Bosse meldet sich mit einer deutlichen Botschaft zurück: Der Musiker hat in Hamburg sein neues Album "Stabile Poesie" vorgestellt, auf dem ein Song enthalten ist, der aufgrund des drastischen Titels schon seit Wochen für Gesprächsstoff sorgt. Mit dem Track "Lass Dich nicht f*cken" richtet sich Axel, der vielen Fans einfach als Aki bekannt ist, direkt gegen Hass im Netz. Besonders Frauen, die in den sozialen Medien regelmäßig mit Beleidigungen und Drohungen konfrontiert sind, fühlen sich von dem Lied angesprochen und teilen ihre Erfahrungen – unterlegt mit dem unverkennbaren Bosse-Sound – öffentlich. Wie die dpa berichtet, wollte der Sänger mit seinem zehnten Studioalbum wieder "gesellschaftlicher sein und den Mund aufmachen" – und genau damit scheint er einen Nerv getroffen zu haben.
Dass der Song eine so große Resonanz auslösen würde, hätte Bosse selbst nicht erwartet. Im Interview erklärt er: "Dass dieser Chanson so einschlägt, hat mich total überrascht. Das ist sowohl erfreulich als auch sehr erschreckend." Der Musiker berichtet, er habe durch den Austausch mit vielen Betroffenen einen ganz neuen Blick auf das Thema gewonnen: "Ich habe ziemlich schnell gemerkt, was für eine erbärmliche Welt das ist, wie krass das ist, wie wenig ich betroffen bin von diesem Hass im Netz und wie das gerade natürlich Frauen so unfassbar betrifft." Für jüngere Zuhörer gibt es übrigens eine kinderfreundliche Version des Songs – dort singt er statt des provokanten Titels einfach: "Lass Dich nicht zwicken!" Trotz der ernsten Themen kommen Tanzfans auf dem Album nicht zu kurz. Bosse betont: "Jede Bosse-Platte braucht auf jeden Fall ein Tanzlied. Definitiv" – und auf "Stabile Poesie" finden sich gleich mehrere davon.
Bosse zählt zu den prägenden Stimmen des deutschsprachigen Pop-Rock-Genres. Seine Karriere begann in den frühen 2000er-Jahren mit der Band Hyperchild und einigen musikalischen Experimenten, bevor er sich als Solokünstler neu erfand. Mit seinem Debütalbum "Kamikazeherz" legte er 2005 den Grundstein, doch vor allem seine späteren Werke wie "Wartesaal" brachten ihm breite Anerkennung. Besonders "Kraniche" markierte 2013 den Durchbruch und etablierte ihn in den Charts. Fans feiern Bosse besonders für seine ehrlichen Texte, die eingängigen Melodien und die emotionale Tiefe. Neben seinen Studioalben ist er für energiegeladene Live-Auftritte bekannt, bei denen er sein Publikum vor allem mit seinen tanzbaren Songs komplett mitreißt.







