Jewel offenbart ihre harte Kindheit in der Wildnis Alaskas

Jewel offenbart ihre harte Kindheit in der Wildnis Alaskas

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min

Bei den glamourösen Breakthrough Awards in Los Angeles blickte Jewel (51) jetzt ungewöhnlich offen auf ihre Kindheit zurück. Am Rande der Preisgala für Spitzenforscher erzählte die Sängerin im Gespräch mit Fox News Digital, wie sie im abgelegenen Alaska mit viel Improvisation im Alltag aufgewachsen ist. Statt Badezimmer gab es ein Plumpsklo, das Familienleben spielte sich inmitten rauer Natur ab. "Mein Lebensstil war reines Überleben, keine Elektrizität, kein fließendes Wasser", schilderte Jewel ihr damaliges Leben und betonte, dass sie genau dieses einfache Dasein bis heute auf dem Boden hält. Die Künstlerin machte klar: Die Wildnis hat sie geprägt – und ihr geholfen, mit dem Rummel um ihre Person umzugehen.

Schon in früheren Interviews hatte Jewel erklärt, dass sie lange gar nicht begriff, welches Geschenk in dieser harten Kindheit steckte. Gegenüber PBS sagte sie, sie habe erst später erkannt, wie sehr ihr die Abgeschiedenheit eine innere Stärke und einen praktischen Sinn für Problemlösungen gegeben habe. In Alaska habe das Land den Ton angegeben: Wer dort leben will, müsse lernen, sich durchzuschlagen – oder gehe darin unter. "Entweder findest du einen Weg, zu überleben und zu leben, oder du gehst zugrunde", sagte sie. Bei ihr zu Hause gab es daher auch keine klassischen Rollenverteilungen, erklärte die Musikerin: Was auch anstand, jeder packte an, egal ob es Holz hacken oder andere Arbeiten waren. Bereits mit 15 Jahren zog Jewel von zu Hause aus, um ihrem gewalttätigen Vater zu entkommen. Mit 18 landete sie schließlich auf der Straße, nachdem ein Arbeitgeber ihr den Lohn verweigerte, weil sie nicht auf seine sexuellen Forderungen einging.

Während dieser Zeit kämpfte Jewel mit Panikattacken, Angstzuständen und Agoraphobie, wie sie unter anderem in einem Essay für Teen Vogue schilderte. Die Musik wurde in dieser Phase zu ihrem Rettungsanker – nicht als Sprungbrett zum Ruhm, sondern als Werkzeug, um innerlich zu heilen. Mitte der 90er-Jahre gelang ihr dann mit dem Debütalbum "Pieces of You", auf dem Hits wie "Who Will Save Your Soul" und "You Were Meant For Me" zu finden sind, der internationale Durchbruch. Heute spricht die Sängerin offen über mentale Gesundheit und darüber, wie wichtig es ihr ist, ihr Leben bewusst zu gestalten. Für Jewel zählt die Gesundheit mehr als Ruhm. In einem Gespräch mit AARP erklärte sie, sie wolle ihr eigenes Dasein wie ein Kunstwerk formen und so leben, dass es sich am Ende für sie stimmig anfühle, egal, was andere davon halten – ein Ansatz, der direkt aus den Lektionen ihrer Kindheit in der Wildnis Alaskas zu stammen scheint.

Jewel bei der 12. Breakthrough Prize Ceremony in Santa Monica
Getty Images
Jewel bei der 12. Breakthrough Prize Ceremony in Santa Monica
Jewel, Sängerin
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Jewel, Sängerin
Jewel bei den Nashville Songwriters Awards 2018
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Jewel bei den Nashville Songwriters Awards 2018
Wie findet ihr Jewels Rückblick auf ihr Aufwachsen in Alaskas Wildnis – prägend oder einfach nur knallhart?